Wirtschaft zersplittert: Soll der demokratische Schutzwall gegen die AfD fallen?
Senta ScheelWirtschaft zersplittert: Soll der demokratische Schutzwall gegen die AfD fallen?
In der deutschen Wirtschaftswelt zeichnet sich eine wachsende Spaltung über den demokratischen Schutzwall gegen die rechtspopulistische AfD ab. Während einige Unternehmer die politische Ausgrenzung beenden wollen, beharren große Wirtschaftsverbände auf Distanz.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob eine Zusammenarbeit mit der AfD die Demokratie untergräbt – oder ob deren Ignorieren die wirtschaftliche Stagnation verschärft.
Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus-Gruppe, kritisierte den Schutzwall als lähmend für Politik und Wirtschaft. Er warnte, Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit stehe auf dem Spiel, und forderte im Falle von Untätigkeit der aktuellen Koalition neue demokratische Bündnisse.
Auch Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, hinterfragte die Ausgrenzung. Zwar unterstütze er Migration, doch das Ausschließen der AfD widerspreche demokratischen Grundsätzen, argumentierte er.
Unternehmerin Sarna Rößer schloss sich der Kritik an und bezeichnete den Schutzwall als arrogant und undemokratisch. Doch die großen Wirtschaftsverbände bleiben standhaft. Wie die Bild am Sonntag berichtet, lehnen Organisationen wie der Markenverband weiterhin jede Zusammenarbeit mit der AfD ab.
Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, erklärte, ein Dialog mit der Partei gefährde die soziale Marktwirtschaft. Rainer Dulger, Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), pflichtete ihm bei und warnte, die extremistischen Positionen der AfD bedrohten die wirtschaftliche Stabilität direkt.
Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandel-, Außenhandel-, Dienstleistungs-Verbands (BGA), zeigte sich bedingt gesprächsbereit. Ein Dialog mit der AfD sei nur möglich, wenn sich die Partei klar von Extremismus distanziere.
Der Streit spiegelt tiefe Gräben in der deutschen Wirtschaft wider. Einige Führungskräfte plädieren für Gespräche und argumentieren, dass Ausgrenzung den Fortschritt hemme. Andere bestehen darauf, dass die Politik der AfD zu gefährlich sei, um sie in Betracht zu ziehen.
Vorerst hält der demokratische Schutzwall – doch der Druck, ihn zu überdenken, wächst.






