Wirtschaft in Sachsen wütend: Bahnausbau Chemnitz–Leipzig bleibt im Stillstand
Senta ScheelWirtschaft in Sachsen wütend: Bahnausbau Chemnitz–Leipzig bleibt im Stillstand
Wirtschaftsvertreter in Sachsen kritisieren Deutsche Bahn wegen Verzögerungen beim Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz–Leipzig
Unternehmensführer in Sachsen üben scharfe Kritik an der DB Bahn wegen der stockenden Erweiterung der Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig. Das als wirtschaftlich entscheidend eingestufte Projekt liegt trotz zusätzlicher Fördermittel deutlich hinter dem Zeitplan zurück. Die regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK) fordern nun klare Zeitpläne und verbindliche Zusagen vom Bahnkonzern.
Die IHK Chemnitz und die IHK Leipzig zeigen sich frustriert über den mangelnden Fortschritt und bezeichnen die Situation als "enttäuschend und für die Wirtschaft inakzeptabel". Ein von der IHK Chemnitz gestartetes Online-Petition für eine beschleunigte Umsetzung hat bereits fast 8.000 Unterstützerunterschriften gesammelt.
Im vergangenen Sommer sicherte das Land zusätzliche 9,3 Millionen Euro für die Planungsphase zu. Dennoch gibt es bis heute weder einen verbindlichen Bau- noch Fertigstellungstermin. Die IHK erwartet von der DB Bahn bis zu diesem Frühjahr detaillierte Pläne für den nördlichen Abschnitt (Geithain–Leipzig). Auch für den südlichen Abschnitt (Chemnitz–Geithain) wird ein konkreter Zeitrahmen gefordert. Doch selbst nach einem dritten Treffen zwischen IHK und Bahnvertretern blieben verbindliche Zusagen aus. Der Konzern hat bisher keine verantwortliche Führungsperson benannt, die beide Abschnitte koordiniert. Stattdessen sind unterschiedliche Projektleiter für einzelne Teilstrecken zuständig – was die Unsicherheit weiter verstärkt.
Lokale Unternehmen stufen den Bahnausbau als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für Sachsen ein. Bessere Verbindungen würden das Wirtschaftswachstum ankurbeln und den Transport von Pendler:innen sowie Gütern zwischen den beiden Wirtschaftsstandorten erleichtern.
Die Strecke Chemnitz–Leipzig bleibt für die regionale Wirtschaft und Politik von zentraler Bedeutung. Ohne klare Strategie der DB Bahn könnten weitere Verzögerungen die wirtschaftliche Entwicklung Sachsens belasten. Die IHK setzt sich weiterhin für eine zügigere Umsetzung und mehr Transparenz über die Zukunft des Projekts ein.
