Wiener Festwochen 2025 brechen alle Rekorde – zwischen Genie und Provokation
Gesa EigenwilligWiener Festwochen 2025 brechen alle Rekorde – zwischen Genie und Provokation
Die Wiener Festwochen 2025 verzeichneten fast 196.000 Besucherinnen und Besucher und stellten damit einen neuen Besucherrekord auf. Die Veranstaltung präsentierte mutige Aufführungen und provokante Werke, die weitreichende Diskussionen auslösten. Künstlerinnen, Künstler und Produktionen loteten in Theater, Tanz und interaktiven Formaten die Grenzen des Möglichen aus.
Besonders prägend war Milo Rau mit seinen gesellschaftspolitischen Inszenierungen. Seine Republik der Götter lief fünf Wochen lang, während seine umstrittene Ankündigung, das „größte Theaterstück aller Zeiten“ zu schaffen, für Debatten sorgte. Rau setzte zudem mit den Kontroversen um seine Darstellungen von Peter Thiel und Braco Akzente in der öffentlichen Diskussion.
Zu den Höhepunkten zählte Brigitta Muntendorfs Der Tag davor, das sich zu einem kraftvollen Manifest gegen Gewalt entwickelte. Gob Squad zeigte mit Turn ein interaktives Stück über Doppelgänger, das in Nina von Mechows genialem Spiegellabyrinth inszeniert wurde. Florentina Holzingers Pfingstspiel bot eine waghalsige Stuntshow mit einem BMW als zentralem Requisit.
Unvergesslich blieb Angélica Liddells Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder Die Lust am Sterben. Auch Patti Smiths Auftritte hinterließen einen bleibenden Eindruck. Thorsten Lensings Dancing Idiots erntete sowohl von Kritik als auch vom Publikum begeisterte Reaktionen.
Nicht alle Produktionen überzeugten. Nestervals Adaption der Nibelungensage fand wenig Anklang. Das tragische Schicksal der Sonata Nr. 2 wurde als trockener Vortrag kritisiert, während Susanne Kennedys Parsifal unter Markus Selgs überwältigenden Digitaleffekten litt. Trotz der künstlerischen Glanzlichter sank die Auslastung des Festivals unter Raus Leitung.
Die Festwochen feierten Rekordbesucherzahlen und kühne künstlerische Entscheidungen. Einige Werke triumphierten, andere blieben hinter den Erwartungen zurück. Die Veranstaltung festigte ihren Ruf als Plattform für experimentelle und zum Nachdenken anregende Performances.






