14 June 2026, 14:17

Wehrpflicht kehrt zurück: Bußgelder drohen – doch die Bundeswehr testet nur Freiwillige

"Unfollow Bundeswehr"

Wehrpflicht kehrt zurück: Bußgelder drohen – doch die Bundeswehr testet nur Freiwillige

In Deutschland hat das Musterungsverfahren begonnen: Junge Männer, die nach dem 1. Januar 2008 geboren wurden, müssen einen Fragebogen zur militärischen Erfassung ausfüllen. Bis Anfang Mai hatten etwa ein Viertel der Betroffenen dies noch nicht getan – ihnen drohen nun Bußgelder. Aufgrund begrenzter Kapazitäten lädt die Bundeswehr derzeit jedoch nur Freiwillige zu den grundlegenden Fitnessests ein.

Aktuell zählt die Bundeswehr knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und erreicht damit das im Wehrpflichtgesetz für 2026 festgelegte Mindestziel. Dennoch sorgt die Wiedereinführung der Wehrpflicht für kontroverse Diskussionen. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, organisiert ein Anti-Wehrpflicht-Festival, um junge Menschen gegen die Maßnahme zu mobilisieren. Sie ruft zum Widerstand auf und erklärt: „Nein zum Wehrdienst, nein zur Militarisierung und nein zu einer Regierung, die Entscheidungen gegen euch und ohne euch trifft!“

Die Bundestagsabgeordnete Desiree Becker (Die Linke), Mitglied im Verteidigungsausschuss, argumentiert, dass Wehrpflichtige weder über die nötige Professionalität noch über die Fähigkeiten verfügten, moderne Militärtechnik zu bedienen. Sie widerspricht der Annahme, dass die Wehrpflicht die Truppe spürbar vergrößern würde. Der 24-jährige Kritiker Justin Klemm pflichtet ihr bei: Statt in das Militär solle das Geld in soziale Programme fließen – und junge Menschen gehörten nicht an die Waffe.

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Bodo Ramelow, Vizepräsident des Bundestags, schlägt als Alternative vor, die Schulpflicht um ein „soziales Jahr“ zu erweitern, das etwa im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr oder auch bei der Bundeswehr abgeleistet werden könnte. Daniel Lücking, politikberater der Linken und ehemaliger Offizier, war während seines Afghanistan-Einsatzes in „operativer Kommunikation“ (Propaganda) tätig.

Während das Musterungsverfahren voranschreitet, bleibt die Opposition gegen die Wehrpflicht stark. Derzeit werden nur Freiwillige zu den Fitnessests eingeladen, und verspätete Fragebogen können mit Strafen belegt werden. Die Debatte über den Wehrdienst und mögliche Alternativen prägt weiterhin die politische Diskussion.

Quelle