30 May 2026, 10:24

Warum internationale Studierende in Deutschland bessere Jobchancen haben als andere Zugewanderte

International grads three times more likely to find work in Germany

Warum internationale Studierende in Deutschland bessere Jobchancen haben als andere Zugewanderte

Internationale Studierende in Deutschland haben nach dem Abschluss sehr unterschiedliche Berufsaussichten – je nachdem, welche Wege sie während des Studiums einschlagen. Wer Praktika absolviert, berufsrelevante Erfahrungen sammelt oder seine Deutschkenntnisse verbessert, findet deutlich leichter einen Job. Gleichzeitig macht der wachsende Fachkräftemangel im Land ihren Erfolg für die Wirtschaft noch entscheidender.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass internationale Absolventen deutscher Hochschulen dreimal häufiger eine Anstellung finden als Zugewanderte, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen. Dieser Vorteil verstärkt sich für diejenigen, die länger im Land bleiben, lokale Netzwerke aufbauen und einen vollständigen Studienabschluss erwerben.

Besonders gefragt sind Studierende der MINT-Fächer – sie machen über die Hälfte aller internationalen Studierenden aus. Aktuell fehlen in Deutschland rund 148.500 MINT-Fachkräfte, und Prognosen warnen vor einem Mangel von 1,85 Millionen Arbeitskräften innerhalb des nächsten Jahrzehnts. Doch selbst in technischen Berufen bleiben Deutschkenntnisse ein Schlüsselfaktor: Sprachkompetenz erhöht die Einstellungschancen deutlich, selbst wenn die Tätigkeit auf Englisch ausgeführt wird.

Auch die Art der Berufserfahrung spielt eine zentrale Rolle. Praktika, firmengebundene Abschlussarbeiten und studiennahe Nebenjobs verbessern die Jobchancen spürbar. Dagegen haben es Studierende, die aus finanzieller Not nicht fachbezogene Tätigkeiten ausüben, deutlich schwerer, in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Viele internationale Studierende planen zunächst nur einen vorübergehenden Aufenthalt, doch 26 % entscheiden sich nach einer Arbeitsaufnahme für einen langfristigen Verbleib. Wer über den Bildungsweg einwandert, möchte sogar 1,6-mal häufiger dauerhaft bleiben. Dennoch haben nur etwa 15 % der internationalen Studierenden verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan verankert.

Die Ergebnisse zeigen klare Wege auf, wie internationale Studierende ihre Berufsaussichten in Deutschland verbessern können. Fachbezogene Erfahrungen, Sprachkenntnisse und ein abgeschlossener Studiengang sind entscheidend für den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Angesichts des massiven Fachkräftemangels könnten diese Absolventen dazu beitragen, kritische Lücken in der Wirtschaft zu schließen.

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