Verlassene DDR-Militärruine vor Vilm wechselt für 60.000 Euro den Besitzer – doch was nun?
Gesa EigenwilligVerlassene DDR-Militärruine vor Vilm wechselt für 60.000 Euro den Besitzer – doch was nun?
Verfallene Militärruine vor der Insel Vilm findet neuen Besitzer
Ein verfallenes Militärgebäude vor der Küste der Insel Vilm hat einen neuen Eigentümer. Die Ruine Ostervilm, eine verlassene Anlage in der Greifswalder Bodden-Lagune, wurde am 4. Juni für 60.000 Euro versteigert. Doch der Käufer sieht sich mit enormen Herausforderungen konfrontiert, bevor das Gelände überhaupt genutzt werden kann.
Ostervilm diente einst als Entmagnetisierungsstation Lauterbach, eine streng abgeschirmte Marineeinrichtung aus der DDR-Zeit. Nach ihrer Aufgabe in den 1990er-Jahren zerfällt die Beton- und Eisenkonstruktion langsam im Meer. Erbaut auf 600 Holzpfählen ragen ihre Überreste heute aus dem Wasser in der Nähe der Insel Vilm.
Das Objekt wurde mit einem Mindestgebot von 39.000 Euro angeboten, doch der Kauf bringt dem neuen Besitzer kaum praktischen Nutzen. Eine legale Nutzung ist ohne gesicherten Zugang oder grundlegende Infrastruktur unmöglich. Selbst eine Baugenehmigung würde einen Bebauungsplan erfordern – etwas, das die Behörden an diesem exponierten Standort für undurchführbar halten.
Unklar bleibt, wer überhaupt für Ostervilm zuständig ist. Sowohl das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund als auch der Landkreis Vorpommern-Rügen lehnen die Verantwortung ab. Stattdessen liegt die letzte Entscheidungsgewalt bei der obersten Bauaufsichtsbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die deutsche Marine betreibt unterdessen noch heute ähnliche Entmagnetisierungsanlagen in Kiel und Wilhelmshaven.
Der Käufer besitzt nun ein Gelände, das von seiner militärischen Vergangenheit und rechtlichen Hürden belastet wird. Ohne eine realistische Möglichkeit, die Ruine zu erreichen oder zu erschließen, bleibt die Zukunft von Ostervilm ungewiss. Vorerst bleibt die verfallene Struktur in der Lagune verankert – unberührt und ungenutzt.






