27 December 2025, 18:02

Ukrainerin erhält Dresdner Toleranz-Stipendium für ihr Engagement gegen Diskriminierung

Eine Frau in einer Graduationskappe und Robe lächelt, eine Blume haltend, vor einer Skulptur, Bäumen, einem Gebäude und einem bewölkten Himmel.

Ukrainische Frau erhält Stipendium für Offenheit und Toleranz - Ukrainerin erhält Dresdner Toleranz-Stipendium für ihr Engagement gegen Diskriminierung

Svitlana Kovalchuk, eine 36-jährige ukrainische Masterstudentin, erhält das Marwa-El-Sherbini-Stipendium für Offenheit und Toleranz. Die Auszeichnung würdigt ihr Engagement für kulturellen Austausch und bürgerliches Mitwirken in Dresden. Sächsische Verantwortliche lobten sie als vielseitige Fürsprecherin für eine inklusivere Stadt.

Das Stipendium wurde als Reaktion auf Dresdens belastete Geschichte von Rassismus und Islamfeindlichkeit ins Leben gerufen. 2009 wurde die ägyptische Apothekerin Marwa El-Sherbini in einem Spielplatz von Alex Wiens mit 18 Messerstichen getötet, nachdem dieser sie zuvor mit rassistischen Beleidigungen beschimpft hatte. Der Mord erschütterte die Stadt und führte zur Gründung des Stipendiums, das gemeinsam vom Freistaat Sachsen, der Dresdner Stadtverwaltung und dem Forschungsverbund Dresden Concept finanziert wird.

Kovalchuk, die derzeit an der Technischen Universität Dresden studiert, arbeitet eng mit ukrainischen Geflüchteten zusammen. Ihr Einsatz entspricht dem Anliegen des Stipendiums, Diskriminierung entgegenzuwirken – ein Problem, das in Sachsen weiterhin besteht. Berichte über alltägliche Vorurteile gegen Muslim:innen und die seit 2014 aktive rechtsextreme Bewegung PEGIDA unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen. Das zweijährige Stipendium umfasst ein monatliches Stpendium von 750 Euro. Kovalchuk möchte die Chance nutzen, um kulturelle Gräben zu überbrücken. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping nannte sie eine „herausragende Botschafterin“ des Programms und betonte ihr Engagement für eine tolerantere Gemeinschaft.

Die Auszeichnung unterstützt Kovalchuks Arbeit zur Förderung des Dialogs zwischen Dresdens vielfältigen Gruppen. Ihr Fokus auf die Integration von Geflüchteten und interkulturelle Projekte zielt auf die langjährigen Spannungen in der Region ab. Die finanzielle Förderung sichert ihr die Fortsetzung dieser Initiativen für die nächsten zwei Jahre.

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