Stuttgart 21: Tiefbahnhof kommt erst 2031 – und kostet Milliarden mehr als geplant
Sibilla HartungStuttgart 21: Tiefbahnhof kommt erst 2031 – und kostet Milliarden mehr als geplant
Stuttgart 21: Bahnprojekt erleidet nächsten schweren Rückschlag – Eröffnung des Tiefbahnhofs erst für Ende 2031 geplant
Das Großprojekt Stuttgart 21 steht vor einem weiteren schweren Dämpfer: Wie nun bekannt wurde, soll die Inbetriebnahme des unterirdischen Hauptbahnhofs frühestens Ende 2031 erfolgen. Ursprünglich war eine Teilinbetriebnahme noch für Ende 2026 vorgesehen gewesen – dieser Plan wurde nun vollständig verworfen. Die Landesregierung von Baden-Württemberg zeigte sich entsetzt und bezeichnete die Entwicklung als „inakzeptabel“ für die Region und die Fahrgäste.
Bei Stuttgart 21 handelt es sich um einen milliardenschweren Umbau des Stuttgarter Eisenbahnknotens, der neue Bahnhöfe, Gleise, Tunnel und Brücken umfasst. Kernstück ist ein komplett neuer unterirdischer Hauptbahnhof, der als Durchgangsbahnhof den bisherigen Kopfbahnhof ersetzen soll. Das Vorhaben ist Teil des größeren Ausbaus der Schnellfahrstrecke Stuttgart–Ulm, zu der auch die seit 2022 betriebene Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm gehört.
Gründe für die Verzögerung sind vor allem die anhaltenden Herausforderungen bei der komplexen Digitalisierung des Stuttgarter Knotens. Diese technischen Hürden reiht sich in eine lange Liste von Problemen ein und treibt die Gesamtkosten auf mittlerweile rund 11,3 Milliarden Euro – eine Summe, die allein die Deutsche Bahn tragen muss.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) forderte von der Bahn nun klare Antworten. Er verlangte verlässliche Daten, verbindliche Fertigstellungstermine und ein eindeutiges Bekenntnis zum Projekt – inklusive der vollständigen Digitalisierung. Sollten sich die Berichte bestätigen, wäre die Verzögerung „eine katastrophale Nachricht für die Region und die Bahnkunden“, warnte Özdemir.
Die Zukunft des Projekts bleibt ungewiss. Die Deutsche Bahn steht unter Druck, konkrete Zeitpläne und Lösungen vorzulegen. Die jüngste Verschiebung bedeutet, dass Fahrgäste und die Region nun mindestens bis Ende 2031 auf den neuen Tiefbahnhof warten müssen. Die finanzielle Belastung und die anhaltenden Behinderungen werfen zunehmend Fragen nach der Machbarkeit des gesamten Vorhabens auf.






