Streit um Wölfe und Biber: Baden-Württembergs Jagdpolitik spaltet die Parteien
Senta ScheelForscher bestätigen: Weniger Jagd schützt mehr - Streit um Wölfe und Biber: Baden-Württembergs Jagdpolitik spaltet die Parteien
In Baden-Württemberg hat sich die Debatte über den Umgang mit Wildtieren zugespitzt, nachdem der Landwirtschaftsminister des Landes Wölfe auf die Liste der jagdbaren Tiere gesetzt hat. Die CDU will nun auch Biber und Saatkrähen aufnehmen, doch die Grünen lehnen dies vehement ab. Naturschützer warnen, dass die Bejagung dieser Tiere Konflikte eher verschärfen als lösen könnte.
Die Wolfspopulation in Baden-Württemberg ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Offizielle Zahlen zeigen, dass es 2019 erst zwölf Wölfe gab, doch bis 2023 stieg ihre Zahl auf 62 an. Dieses rasante Wachstum ist sowohl auf neu zugewanderte Tiere als auch auf sich vermehrende Rudel in der Region zurückzuführen.
Landwirtschaftsminister Peter Hauk handelte Ende Dezember und stufte Wölfe per Erlass als jagdbar ein. Die CDU drängt seitdem darauf, auch Biber und Saatkrähen in die Regelung aufzunehmen, da deren wachsende Bestände Probleme verursachten. Die Grünen wehren sich jedoch gegen den Vorschlag und warnen, dass eine Bejagung nach hinten losgehen könnte.
Wissenschaftler betonen, dass die Tötung von Wölfen oft die Rudelstrukturen zerstört und zu mehr Angriffen auf Nutztiere führt. Stattdessen hätten sich nicht-tödliche Methoden wie Zäune oder Herdenschutzhunde als wirksamer erwiesen. Biber wiederum spielen eine zentrale Rolle bei der Renaturierung von Flüssen und Feuchtgebieten, während Wölfe durch die Regulierung von Reh- und Hirschbeständen die Verjüngung der Wälder fördern.
Kritiker argumentieren zudem, dass die Aufnahme geschützter Arten ins Jagdrecht unnötige Bürokratie schafft. Gezielte Maßnahmen wie Biber-Managementsysteme oder Artenschutzverordnungen böten bessere Lösungen, ohne flächendeckende Bejagung. Dennoch bleibt das Land gespalten, wie es mit den wachsenden Wildtierbeständen umgehen soll.
Der Streit offenbart tiefe Gräben in der Wildtierpolitik Baden-Württembergs. Während die CDU für strengere Kontrollen plädiert, bestehen Gegner darauf, dass Bejagung ineffizient und schädlich sei. Vorerst dauert die Diskussion an – eine Einigung ist nicht in Sicht.






