SPD und Sachsen streiten über erweiterte Aufenthaltsrechte für gut integrierte Migranten
Gabriel HethurSchuster lehnt SPD-Vorschläge für Aufenthaltsrechte von Migranten ab - SPD und Sachsen streiten über erweiterte Aufenthaltsrechte für gut integrierte Migranten
Ein Streit über die Migrationspolitik ist zwischen der SPD und Sachsens Innenminister entbrannt. In ihrem jüngsten Vorschlag fordert die SPD erweiterte Aufenthaltsrechte für Migrantinnen und Migranten, die arbeiten, sich an Gesetze halten und gut integrieren. Armin Schuster, der CDU-Innenminister Sachsens, lehnte den Plan scharf als unrealistisch ab und warnte vor einer Untergrabung des öffentlichen Vertrauens.
Die SPD-Bundestagsfraktion veröffentlichte ein Positionspapier mit dem Titel "Zusammen ist unsere Stärke". Darin wird ein Bleiberecht für Zuwanderer vorgeschlagen, die in Arbeit oder Ausbildung stehen – vorausgesetzt, sie halten sich an deutsche Gesetze. Die Partei argumentiert, dies belohne Integration und stabilisiere das Zusammenleben in den Gemeinden.
Sachsens Innenminister Armin Schuster wies den Vorstoß umgehend zurück. Der Plan gehe weit über vertretbare Grenzen hinaus und schwäche das Vertrauen in die Migrationskontrollen, so Schuster. Zudem warnte er, solche Maßnahmen könnten weitere irreguläre Migration anziehen. Sachsen verzeichnete hingegen 2022 einen Anstieg freiwilliger Ausreisen unter abgelehnten Asylbewerbern. Schuster führte dies als Beleg dafür an, dass eine konsequentere Durchsetzung wirkt. Er fügte hinzu, dass Abschiebungen von syrischen und afghanischen Staatsangehörigen voraussichtlich bald wiederaufgenommen würden – eine Bestätigung seiner Linie für strengere Regelungen.
Während die SPD den Fokus auf Migrantinnen und Migranten legt, die wirtschaftlich und sozial einen Beitrag leisten, besteht Schuster darauf, dass weitreichende Aufenthaltsrechte ohne strengere Prüfungen neue Herausforderungen für die Behörden schaffen würden.
Der Konflikt spiegelt die tieferen Gräben in der deutschen Migrationsdebatte wider. Schusters Ablehnung signalisiert Widerstand aus den unionsgeführten Ländern gegen eine Lockerung der Aufenthaltsbestimmungen. Die SPD hingegen drängt weiter auf Politiken, von denen sie annimmt, dass sie langfristig ansässige Migranten besser integrieren.
