Wirtschaft reagiert empört auf SPD-Pläne zur Erbschaftsteuer - SPD stellt umstrittene Erbschaftsteuer-Reform im Bundestag vor
Die SPD treibt ihre Pläne zur Reform des Erbschaftsteuersystems in Deutschland weiter voran. Am Dienstag wird die Partei ihren Vorschlag im Bundestag vorlegen – mit dem Ziel, große Vermögen stärker zu besteuern, während kleinere Erbschaften entlastet werden sollen. Wirtschaftverbände haben bereits scharf kritisiert und vor wirtschaftlichen Risiken gewarnt.
Laut SPD-Plänen sollen Erben künftig einen lebenslangen steuerfreien Freibetrag von einer Million Euro pro Person erhalten. Davon entfallen 900.000 Euro auf Erbschaften innerhalb der Familie und 100.000 Euro auf Zuwendungen von Dritten. Für Unternehmen ist eine zusätzliche Freigrenze von fünf Millionen Euro vorgesehen, um Familienbetrieben die steuerfreie Übertragung zu erleichtern.
Nur Beträge, die diese Freibeträge übersteigen, würden besteuert. Zudem könnten die Zahlungen auf bis zu 20 Jahre gestreckt werden, um die sofortige finanzielle Belastung zu verringern.
Die Pläne stoßen jedoch auf massiven Widerstand. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und die Stiftung Familienunternehmen und Politik argumentieren, höhere Steuern könnten Investitionen bremsen und Arbeitsplätze gefährden. Auch die konservative Unionsfraktion, insbesondere die CSU, lehnt die Reform ab und bezeichnet sie als unnötige Belastung für Familienbetriebe und den Mittelstand.
Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär und Bundestagsabgeordneter, wird die Reform am Dienstag offiziell einbringen.
Mit der Erbschaftsteuerreform will die SPD die Steuerlast stärker auf große Vermögen verlagern, während kleinere Erbschaften und Familienbetriebe geschont werden sollen. Sollte der Vorschlag durchkommen, wären neue Freibeträge und flexiblere Zahlungsmodalitäten die Folge. Doch angesichts des Widerstands von Wirtschaft und Opposition steht die Vorlage im Bundestag vor einer schwierigen Hürde.
