Solarförderung in Gefahr: Regierung plant radikale Kürzungen bei Photovoltaik-Anlagen
Gesa EigenwilligEnergiefachleute von SPD und Grünen kritisieren Reichs Gesetzespläne - Solarförderung in Gefahr: Regierung plant radikale Kürzungen bei Photovoltaik-Anlagen
Umstrittene Pläne der Bundesregierung zur Solarpolitik sorgen für Aufruhr. Ein Ende Februar 2026 bekannt gewordener, interner Entwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz sieht vor, die Einspeisevergütung für kleine Photovoltaik-Anlagen abzuschaffen und stattdessen die Direktvermarktung vorzuschreiben. Kritiker aus den Reihen der SPD und der Grünen warnen nun vor schweren Folgen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Arbeitsmarkt.
Die Regierung hat auf die Bedenken der Opposition bisher nicht reagiert – die Zukunft der Reformen bleibt damit ungewiss.
Die vom Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) vorangetriebenen Pläne stoßen bei den Oppositionsparteien auf scharfe Ablehnung. Die SPD-Energieexpertin Nina Scheer bezeichnete die Vorhaben als "völlig in die falsche Richtung gehend". Sie argumentiert, die Streichung der Fördergelder für Dach-Solaranlagen und andere dringend benötigte saubere Energiequellen untergrabe die deutsche Energiewende.
Scheer wirft Reiche zudem vor, mit den Reformen indirekt teure, fossile Stromerzeugung zu begünstigen. Aus ihrer Sicht stellen die Pläne den Atomausstieg infrage, ohne die eigentliche Herausforderung anzugehen: den beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Regierung müsse ihren Kurs grundlegend überarbeiten, um die im Koalitionsvertrag festgelegten Klimaziele zu erreichen.
Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, unterstützte diese Kritik und forderte eine "Unabhängigkeitserklärung von fossilem Öl und Gas". Scheer unterstrich diese Position und warnte, die aktuellen Pläne würden die "Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zementieren" statt sie zu verringern. Beide Politiker betonten, dass kleine Solaranlagen – die unter den neuen Regeln nun gefährdet sind – eine zentrale Rolle für den kostengünstigen Ausbau der erneuerbaren Energien spielen.
Trotz der wachsenden Gegenwehr liegt bisher weder eine offizielle Stellungnahme noch ein Alternativvorschlag der Bundesregierung vor (Stand: Anfang März 2026). Die ausbleibende Reaktion lässt Branchenvertreter und Umweltschützer im Unklaren über die Zukunft der Solarförderung und der Netzentgeltreform.
Die geplanten Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geraten zunehmend in die Kritik, da sie Arbeitsplätze, kleine Solarprojekte und die deutschen Klimaziele gefährden. Ohne Nachbesserungen, so die Befürchtung, könnten die Reformen den Fortschritt bei der Energiewende bremsen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verlängern. Bisher hat die Regierung die Forderungen der Opposition weder aufgegriffen noch überarbeitete Pläne vorgelegt.






