Söder lehnt Social-Media-Sperren ab – setzt stattdessen auf Klarnamen-Pflicht
Senta ScheelSöder lehnt Social-Media-Sperren ab – setzt stattdessen auf Klarnamen-Pflicht
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich gegen Pläne ausgesprochen, den Zugang junger Menschen zu sozialen Medien einzuschränken. Der CSU-Vorsitzende wirbt stattdessen für eine verpflichtende Registrierung mit Klarnamen im Internet und bezeichnet dies als wirksamere Lösung als altersbasierte Verbote. Seine Haltung steht damit im Kontrast zu Vorschlägen von SPD und CDU.
Söder hatte die Klarnamen-Pflicht erstmals im März 2024 ins Spiel gebracht und damit eine bundesweite Debatte ausgelöst. Befürworter, darunter auch einige konservative Politiker, argumentieren, dass dies anonyme Belästigungen und illegale Inhalte reduzieren würde. Digitalrechtler und Tech-Unternehmen kritisieren den Vorschlag jedoch als Eingriff in die Privatsphäre und zweifeln daran, dass er Hassrede wirksam eindämmen könnte.
Der Ministerpräsident bleibt skeptisch gegenüber Altersbeschränkungen in sozialen Medien. Solche Verbote gehören seiner Meinung nach nicht zu den dringendsten Aufgaben der Politik. Stattdessen bestehe er darauf, dass die Überprüfung der Nutzeridentitäten eine größere Wirkung auf die Onlinesicherheit hätte.
Seit Söders Vorstoß spaltet die Diskussion die öffentliche Meinung. Befürworter von Kriminalprävention unterstützen strengere Identitätskontrollen, während Kritiker vor Übergriffen und praktischen Hindernissen warnen. Die Debatte zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung.
Söders Ablehnung von Social-Media-Sperren für Jugendliche lenkt die Aufmerksamkeit weiterhin auf die Klarnamen-Registrierung. Das Vorhaben bleibt umstritten, mit starken Argumenten auf beiden Seiten. Bisher wurde noch keine endgültige Entscheidung über eine der beiden Maßnahmen getroffen.






