Sieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kriselnde Chemieindustrie
Gabriel HethurSieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kriselnde Chemieindustrie
Sieben deutsche Bundesländer haben die Bundesregierung aufgefordert, dringend Maßnahmen zur Unterstützung der krisegeplagten Chemieindustrie zu ergreifen. Sie warnten, dass Verzögerungen bei den Entlastungsmaßnahmen zu massiven Arbeitsplatzverlusten und langfristigen Schäden für den gesamten Sektor führen könnten.
Die Länder kritisierten die "Chemie-Agenda 2045" des Bundes als unzureichend, da sie die drängendsten Probleme der Branche nicht angehe. Statt langfristiger Ankündigungen forderten sie konkrete und sofortige Schritte zur Umsetzung des Plans.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne betonte die Risiken und erklärte, Untätigkeit könnte die Chemieindustrie und ihre Belegschaften ruinieren. Die Ländergruppe verlangte zudem einen vorübergehenden Stopp der Umsetzung der Industrieemissionsrichtlinie (IED), um die Belastung für die Hersteller zu verringern.
Um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, setzten sich die Länder für niedrigere Strom- und Gaspreise ein, die speziell auf die Bedürfnisse der Chemieindustrie zugeschnitten sind. Zudem forderten sie eine Verlängerung der kostenlosen Zuteilung von Emissionszertifikaten – und zwar auf dem Niveau von 2025. Eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren gehörte ebenfalls zu den zentralen Forderungen, um Projekte zügiger umsetzen zu können.
Trotz ihrer Kritik bekundeten die Länder ihre Bereitschaft, konstruktiv mit der Bundesregierung an Lösungen für die Branche zu arbeiten.
Der gemeinsame Appell erhöht den Druck auf die Bundesregierung, schnell zu handeln. Günstige Energiepreise, verlängerte Emissionszertifikate und vereinfachte Regularien bilden nun das Kernstück des von den Ländern vorgeschlagenen Rettungspakets. Ohne diese Maßnahmen, so ihre Argumentation, stehe die Zukunft der Chemieindustrie auf dem Spiel.






