Schwarzwald sucht Dorf für revolutionäres "verstreutes Hotel"-Projekt
Sibilla HartungSchwarzwald sucht Dorf für revolutionäres "verstreutes Hotel"-Projekt
Ein einzigartiges Tourismusprojekt nimmt im Schwarzwald Gestalt an. Behörden suchen nun nach einem Dorf, das bereit ist, sich in ein "verstreutes Hotel" zu verwandeln. Die Idee, inspiriert von erfolgreichen Modellen in der Schweiz, soll ländlichen Gemeinden neues Leben einhauchen und Besuchern gleichzeitig ein intensives Erlebnis bieten.
Federführend sind die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) und die Compass Tourismus Partner eG (co:compass). Sie werben für das Konzept des "Albergo Diffuso", bei dem Gästezimmer auf mehrere Gebäude in einem einzigen Dorf verteilt sind. Dass dieses Modell funktioniert, haben andere bereits bewiesen: Corippo in der Schweiz vollendete seine Umwandlung 2017, während Grengiols erst im vergangenen Jahr ein ähnliches Projekt unter dem Namen "Poort an Poort" startete.
Dörfer, die sich für das Vorhaben interessieren, müssen nachweislich auf breite lokale Unterstützung zählen können. Bisher haben drei Gemeinden formelle Bewerbungen eingereicht, fünf weitere signalisierten großes Interesse. Die Frist für die Einreichung endet am 30. März, eine endgültige Entscheidung wird bis Ende April erwartet.
Die Ziele des Projekts sind klar: die Dorfkerne sollen belebt, leerstehende Häuser genutzt und die Verbindungen zwischen Touristen und Einheimischen gestärkt werden. Gelingt das Vorhaben, könnte es einen nachhaltigen Weg aufzeigen, um die Wirtschaft im ländlichen Raum zu stärken, ohne die lokale Kultur zu gefährden.
Das ausgewählte Dorf wird das erste im Schwarzwald sein, das dieses Modell übernimmt. Die Initiatoren hoffen, damit Besucher anzuziehen und gleichzeitig ungenutzten Gebäuden eine neue Bestimmung zu geben. Welche Gemeinde teilnehmen wird, steht voraussichtlich Ende April fest.






