Sachsens Kommunen kämpfen mit Milliarden-Defizit und wachsender Verschuldung
Senta ScheelGemeinden klagen über wachsende Finanzkrise - Sachsens Kommunen kämpfen mit Milliarden-Defizit und wachsender Verschuldung
Sachsens Kommunen stecken Ende September 2025 in einer eskalierenden Finanzkrise
Bis Ende September 2025 sahen sich die kommunalen Behörden in Sachsen mit einer immer tieferen Haushaltskrise konfrontiert: Das kumulierte Defizit der Städte und Gemeinden erreichte 1,113 Milliarden Euro, wobei die Großstädte Dresden, Leipzig und Chemnitz allein mehr als die Hälfte des Fehlbetrags verursachten. Steigende Ausgaben bei gleichzeitig sinkenden Steuereinnahmen verschärften die Lage in der gesamten Region.
Deutlich wurde die finanzielle Belastung vor allem durch einen Rückgang der Steuereinnahmen um 58 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Besonders die Gewerbesteuer brach ein, was den Kommunen weniger Spielraum für grundlegende Dienstleistungen ließ. Gleichzeitig stiegen die Personalausgaben um 103,5 Millionen Euro, während die Sozialleistungen um 79 Millionen Euro zunahmen.
Um die Lücke zu schließen, nahmen die Kommunen im dritten Quartal zusätzlich 426 Millionen Euro auf – ihre Gesamtverschuldung kletterte damit auf 795 Millionen Euro. Die Investitionsausgaben wurden um 300 Millionen Euro gekürzt, und trotz der höheren Kosten sanken die Gesamtauszahlungen um 20 Millionen Euro. Bert Wendsche, Präsident des Sächsischen Städtetags, warnte, dass weitere Kürzungen bei Instandhaltung und Infrastruktur das Wirtschaftswachstum gefährden könnten. Er forderte Bund und Land auf, noch 2026 Reformen einzuleiten, um die Kommunen zu entlasten. Wendsche leitet den Städtetag seit seinem Amtsantritt in Dresden im November 2021.
Angesichts wachsender Schulden und schrumpfender Mittel stehen Sachsens Kommunen nun vor schwierigen Entscheidungen. Ohne Änderungen bei der Finanzverteilung oder zusätzliche Unterstützung könnten Dienstleistungen und Infrastrukturprojekte weiter leiden. Die finanzielle Zukunft der Region hängt maßgeblich von den anstehenden politischen Weichenstellungen ab.
