12 December 2025, 01:01

Sachsens Justiz kämpft mit monatelangen Richter-Vakanzen und drohender Überlastung

Ein paar Frauen stehen auf einem hölzernen Platz mit einer Metallwand, einer Tür und Schildern im Hintergrund.

Ersatz von Richternpositionen dauert fast zehn Monate - Sachsens Justiz kämpft mit monatelangen Richter-Vakanzen und drohender Überlastung

Neubesetzung von Richterstellen dauert fast zehn Monate

Neubesetzung von Richterstellen dauert fast zehn Monate

Neubesetzung von Richterstellen dauert fast zehn Monate

  1. Dezember 2025, 03:33 Uhr

In Sachsen fehlen an den Gerichten zunehmend Richterinnen und Richter: Aktuell sind 14 Stellen an Land- und Amtsgerichten unbesetzt. Die Verzögerungen bei der Neubesetzung sorgen für Besorgnis, denn die durchschnittliche Dauer für die Ernennung einer höheren Richterstelle beträgt inzwischen fast zehn Monate.

Stand 1. November 2025 verzeichnet das Landgericht Leipzig mit drei vakanten Positionen die meisten offenen Stellen. Am Landgericht Dresden sowie den Amtsgerichten Dresden und Weißwasser sind jeweils zwei Richterposten unbesetzt. Die Amtsgerichte in Dippoldiswalde, Hohenstein-Ernstthal, Hoyerswerda, Marienberg und Riesa melden jeweils eine freie Stelle.

Der Haushalt des sächsischen Justizministeriums für 2025–2026 sieht Mittel für rund 700 Richterstellen an Land- und Amtsgerichten vor. Dennoch gestaltet sich die Besetzung der vakanten Positionen zäh. Während Einstiegsstellen im Durchschnitt nach 2,4 Monaten besetzt werden, zieht sich die Ernennung für höhere Richterämter auf etwa neun Einhalb Monate hin. Der grüne Landtagsabgeordnete Valentin Lippmann kritisiert die langen Bearbeitungszeiten und warnt, dass die im Schnitt fast zehn Monate andauernden Vakanzen das Justizsystem überlasten könnten.

Hinzu kommt, dass die sächsische Justiz in den kommenden Jahren mit einer Pensionierungswelle rechnen muss: Bis 2030 werden voraussichtlich 95 Richterinnen, Richter und Staatsanwältinnen sowie Staatsanwälte ihren Dienst quittieren. Wer für die aktuellen freien Stellen infrage kommt, ist bisher nicht öffentlich bekannt – die Besetzung der dringend benötigten Positionen bleibt damit ungewiss.

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Mit 14 unbesetzten Richterstellen und einem langwierigen Ernennungsverfahren steht Sachsens Justiz vor wachsenden Herausforderungen. Die anstehende Pensionierungswelle wird das System zusätzlich belasten, sofern die Vakanzen nicht zügiger geschlossen werden. Bis dahin beeinträchtigen die Verzögerungen weiterhin die Effizienz der Gerichtsbarkeit im Freistaat.