Sachsens Handwerk schrumpft: 2 Prozent weniger Betriebe in einem Jahr
Gabriel HethurWeniger Meisterhandwerker in Sachsen - Sachsens Handwerk schrumpft: 2 Prozent weniger Betriebe in einem Jahr
Die Zahl der zugelassenen Handwerksbetriebe in Sachsen ist im vergangenen Jahr um fast 2 Prozent gesunken. Ende 2025 waren noch rund 36.800 dieser Unternehmen aktiv. Der Rückgang spiegelt die wachsenden Herausforderungen in mehreren Schlüsselbranchen wider, wobei viele Betriebe aufgrund von Nachfolgeproblemen einer ungewissen Zukunft entgegenblicken.
Besonders betroffen von der Abnahme sind bestimmte Handwerksberufe. Fliesenleger, Bauarbeiter, Klempner und Maler verzeichnen spürbare Rückgänge. Gleichzeitig wachsen nicht zugassungspflichtige Gewerbe wie Kosmetik und Fotografie, da immer mehr Menschen ihre Hobbys in Vollzeitberufe verwandeln.
Ein zentrales Problem ist der Mangel an Nachfolgern für bestehende Betriebe. In den nächsten zehn Jahren werden schätzungsweise 19.000 Handwerksunternehmen in Sachsen neue Führungskräfte benötigen – damit stehen fast 78.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die schwache Konjunktur erschwert es zusätzlich, qualifizierte Übernehmer zu finden. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Betriebe, vor allem solche, die von Meisterhandwerkern geführt werden. Ohne neue Inhaber droht vielen dieser traditionsreichen Unternehmen die Schließung, was den Sektor weiter schrumpfen lässt.
Der Rückgang der zugelassenen Handwerksbetriebe deutet auf langfristige wirtschaftliche Herausforderungen für Sachsen hin. Da immer weniger Nachfolger zur Verfügung stehen und wichtige Branchen an Boden verlieren, könnte die Region in den kommenden Jahren weitere Arbeitsplatzverluste erleben. Zwar zeigt der Trend zu nicht zugassungspflichtigen Gewerben veränderte Berufsprioritäten, doch löst dies die akuten Risiken für das traditionelle Handwerk kaum.






