Sachsen schließt Kitas trotz mehr Betreuungsplätzen und sinkender Geburtenzahlen
Gabriel HethurAnzahl der Kindertagesstätten in Sachsen ist gesunken - Sachsen schließt Kitas trotz mehr Betreuungsplätzen und sinkender Geburtenzahlen
Sachsen verzeichnete 2022 Rückgang bei Kita-Einrichtungen – trotz mehr Betreuungsplätzen
Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Kindertagesstätten in Sachsen zurück, obwohl gleichzeitig mehr Betreuungsplätze zur Verfügung standen. Die Anzahl der Einrichtungen sank um 43 auf 2.069 – ein Minus von 2 Prozent im Vergleich zu 2021. Zugleich verzeichnete das Bundesland die niedrigste Geburtenrate seit 1995: Nur 24.697 Kinder kamen lebend zur Welt.
Der Rückgang bei den Kitas fällt in eine Phase, in der Sachsen mit einer schrumpfenden Kindbevölkerung konfrontiert ist. Seit 2017 sinken die Geburtenzahlen kontinuierlich – ein Trend, auf den Ministerpräsident Michael Kretschmer wiederholt hinweist. Dennoch stieg die Gesamtzahl der Betreuungsplätze 2022 um 742 auf 378.159, obwohl es weniger Einrichtungen gibt.
Auch beim Personal gab es einen Rückgang: Die Zahl der Beschäftigten in Kitas verringerte sich um 2,2 Prozent auf 39.117. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter:innen arbeitete zwischen 32 und 38,5 Stunden pro Woche, etwa 30 Prozent waren in Teilzeit mit 21 bis 32 Stunden beschäftigt. Trotz der Personalreduzierung bleibt die Betreuungsabdeckung hoch. Fast alle Drei- bis Sechsjährigen (96,5 Prozent) besuchen eine Kita, und die Hälfte der unter Dreijährigen wird betreut. Die Zahlen deuten auf ein System hin, das sich an die sinkende Kinderzahl anpasst, ohne den breiten Zugang zur Betreuung einzuschränken.
Sachsens Kita-Landschaft passt sich dem demografischen Wandel an: Weniger Einrichtungen, aber mehr Plätze. Seit 2017 prägt der kontinuierliche Geburtenrückgang die Nachfrage, doch die Versorgungsquote für kleine Kinder bleibt stabil. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung werden die Verantwortlichen die weiteren Entwicklungen genau beobachten.
