31 December 2025, 11:01

Sachsen leidet unter dramatischem Pflegenotstand – Kinder warten monatelang auf ein Zuhause

Kinder stehen neben einer Hütte mit einem Dach, einem Fenster und einer Tür mit gelben Vorhängen, umgeben von Bäumen und Überlandleitungen.

Sachsen leidet unter dramatischem Pflegenotstand – Kinder warten monatelang auf ein Zuhause

Sachsen kämpft mit akutem Mangel an Pflegefamilien

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Besonders in den Großstädten des Freistaats verschärft sich die Lage: Dresden, Leipzig und Chemnitz melden einen "dramatischen Engpass" bei Pflegefamilien, während die Nachfrage steigt und die Zahl der Bewerber sinkt. Behörden warnen, dass die Situation sowohl für die betroffenen Kinder als auch für das Jugendhilfesystem zunehmend belastend wird.

Alleinerziehend Dresden warten derzeit 15 Kinder auf eine Vermittlung in eine Pflegefamilie. Bereits jetzt leben 412 Kinder in 348 Pflegefamilien der Stadt – im vergangenen Jahr wurden rund neun Millionen Euro für die Vollzeitbetreuung aufgewendet. Doch trotz des dringenden Bedarfs melden sich immer weniger Menschen, die bereit sind, ein Pflegekind aufzunehmen.

Die Kinder, die heute auf Unterstützung angewiesen sind, bringen oft komplexe Herausforderungen mit: Suchtprobleme, psychische Erkrankungen oder schwere Verhaltensstörungen gehören zum Alltag. Die Jugendämter sind am Limit, arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze und können häufig nur noch reagieren, statt vorzusorgen. Auch in Chemnitz werden dringend Pflegeeltern für 15 Kinder gesucht – bisher stehen lediglich vier potenzielle Familien zur Prüfung.

Die Diakonie Sachsen fordert daher mehr Unterstützung für Pflegeeltern, darunter finanzielle Anreize, Elternzeitregelungen sowie bessere Renten- und Krankenversicherungsleistungen. Um die Krise zu bewältigen, ist für 2025 ein neues Pflegegeld vorgesehen: Familien, die Kinder bis sechs Jahre aufnehmen, sollen künftig 1.178 Euro monatlich erhalten, für ältere Kinder sind höhere Zahlungen geplant.

Der Mangel an Pflegefamilien setzt das System in Sachsen zunehmend unter Druck. Ohne weitere Pflegeeltern müssen vulnerable Kinder länger auf ein stabiles Zuhause warten. Die Behörden setzen nun auf verbesserte Anreize, um landesweit mehr Menschen für die Pflegekinderhilfe zu gewinnen.