Sachsen holt Pflegekräfte aus Brasilien – doch die Sprache bleibt Problem
Senta ScheelPflege: Sachsen abhängig von ausländischen Pflegekräften - Sachsen holt Pflegekräfte aus Brasilien – doch die Sprache bleibt Problem
Sachsen kämpft mit akutem Pflegemangel – 5.000 zusätzliche Kräfte bis 2030 benötigt
Um den drängenden Fachkräftemangel im Pflegebereich zu bekämpfen, setzt Sachsen auf die Anwerbung junger Fachleute aus Brasilien. Im September 2022 begannen neun Auszubildende aus dem südamerikanischen Land ein dreijähriges Pflegeprogramm in Leipzig – der Startschuss für eine neue Initiative, um die Lücken zu schließen.
Bevor die brasilianischen Kräfte nach Deutschland kamen, absolvierten sie in Recife einen intensivierten Deutschkurs. Trotz dieser Vorbereitung bleibt die Sprache ihre größte Hürde bei der Eingewöhnung in den Leipziger Arbeitsalltag.
Die Diakonie Leipzig, Trägerin des Programms, zeigt sich mit der ersten Gruppe hochzufrieden. Sebastian Steeck, kaufmännischer Direktor der Einrichtung, bestätigte, dass eine zweite Kohorte bereits in der Sprachausbildung sei, während die Planung für eine dritte Gruppe laufe. Im Mittelpunkt der Initiative stehen faire Anwerbung, betriebliche Integration und soziale Begleitung der Neuankömmlinge.
Sachsens Sozialministerin Petra Köpping reiste im Januar 2024 nach Recife, um sich mit Auszubildenden zu treffen, die noch Deutschkurse besuchen. Einige der angeworbenen Fachkräfte arbeiten inzwischen in Einrichtungen wie dem Seenlandklinikum in Hoyerswerda oder der Pulsnitzer Rehaklinik. Sowohl Köpping als auch Steeck sind sich einig: Der Pflegebedarf des Landes lasse sich allein mit heimischen Kräften nicht decken.
Die Diakonie will das Brasilien-Projekt fortsetzen, betont aber, dass sich auch die gesellschaftliche Haltung in Sachsen ändern müsse. Eine offenere Einstellung gegenüber ausländischen Pflegekräften gelte als entscheidend für den langfristigen Erfolg des Programms. Die derzeitigen Auszubildenden sollen in den kommenden zehn Jahren eine Schlüsselrolle bei der Entschärfung des Pflegenotstands in der Region spielen.






