Riester-Rente adé: Deutschland setzt auf schwedisches Standardmodell für die Altersvorsorge
Sibilla HartungRiester-Rente adé: Deutschland setzt auf schwedisches Standardmodell für die Altersvorsorge
Deutschland hat eine Einigung zur Reform seines privaten Rentensystems erzielt: Das umstrittene Riester-Modell wird durch ein neues Standardprodukt ersetzt. Die von der Koalitionsregierung und Verbraucherschützern unterstützte Vereinbarung soll Bürgern eine einfachere und erschwinglichere Möglichkeit bieten, für den Ruhestand vorzusorgen. Politiker bezeichnen den Schritt als bedeutenden Fortschritt für alle, die ihre finanzielle Zukunft planen.
Die Forderungen nach einer Reform reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) setzte sich früh für ein staatlich gestütztes Rentensystem ein – inspiriert vom erfolgreichen schwedischen AP7-Basisfonds, der zwischen 2008 und 2024 trotz Markteinbrüchen eine durchschnittliche Jahresrendite von 11,5 Prozent erzielte. Die niedrigen Kosten und die verpflichtende Teilnahme machten das schwedische Modell zum Vorbild für die deutsche Reform.
Die Koalition aus CDU/CSU und SPD hatte im Koalitionsvertrag bereits das Aus für die Riester-Rente beschlossen. Kern des neuen Plans ist ein zentrales Standardprodukt, das als Maßstab für private Alternativen dient. Ursprünglich sollten Anbieter eigene Varianten entwickeln, doch die finale Einigung sieht nun eine einzige, kostengünstige staatliche Option vor – neben privaten Angeboten.
Ramona Pop, Vorstandsvorsitzende des vzbv, bezeichnete die Vereinbarung als "Meilenstein" für Verbraucher. Besonders hob sie hervor, dass das neue System auf Bezahlbarkeit, attraktive Renditen und einfache Zugänglichkeit setzt. Nun geht es darum, das Produkt so nutzerfreundlich wie möglich auszugestalten.
Die Reform ersetzt die Riester-Rente durch ein Standard-Rentenprodukt nach schwedischem Vorbild. Verbraucher erhalten damit eine unkompliziertere und zuverlässigere Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen. Als nächste Schritte stehen die Feinabstimmung des Systems und die Sicherstellung einer breiten Zugänglichkeit an.






