Olympische Bewerbung: Leipzig will besser abschneiden
Olympiabewerbung: Leipzig will es diesmal besser machen
Vor 21 Jahren scheiterte Leipzigs eigener Bewerbungsversuch spektakulär. Jetzt wagt die Stadt als Juniorpartner Berlins einen neuen Anlauf.
- Dezember 2025, 09:34 Uhr
Leipzig und Berlin wollen gemeinsam die Olympischen Spiele 2040 oder 2044 in die Region holen. Die Messestadt übernimmt dabei die Rolle des kleineren Partners in dem Vorhaben, das Großveranstaltungen in die Region bringen soll. Befürworter sehen darin eine Chance für städtisches Wachstum, Kritiker warnen hingegen vor versteckten Kosten und historischen Fehlschlägen.
André Poggenburg, Leipzigs Olympiabeauftragter und Mitglied der AfD, treibt die Pläne voran. Geplant sind unter anderem Fußball-, Handball- und BMX-Wettbewerbe, während in Markkleeberg möglicherweise Kanuslalom und Kayak-Cross ausgetragen werden könnten.
Leipzigs letzte Bewerbung für die Spiele 2012 war in einem Skandal um Veruntreuungsvorwürfe und fragwürdige Zahlungen gescheitert. Dennoch blieb der Stadt ein großes Infrastrukturprojekt aus dieser Zeit: der fast eine Milliarde Euro teure City-Tunnel.
Diesmal wird die Bewerbung als Möglichkeit präsentiert, Verkehrsverbindungen auszubauen und ein Olympisches Dorf zu errichten. Heiko Rosenthal, ehemaliger Olympiabeauftragter und Mitglied der Linken, hatte die Idee bereits früher unterstützt und argumentiert, sie stärke Leipzigs Position im deutschen Sport. Poggenburg sieht in der Partnerschaft mit Berlin nun eine Chance, Investitionen anzuziehen und die Stadt zu beleben. Doch bleiben Bedenken hinsichtlich Transparenz und Kosten. Lisa Falkowski vom BUND Leipzig kritisierte das Fehlen einer öffentlichen Debatte und warnte vor steigenden Wohnkosten sowie Nachhaltigkeitsrisiken. Auch aus Hamburg und Berlin gibt es Skepsis: Kritiker fragen, ob eine weitere Bewerbung nötig sei, und verweisen auf frühere Finanzdesaster bei Olympia-Projekten.
Wie hoch Leipzigs Anteil an den Kosten ausfallen wird, ist noch unklar – dies hängt von den endgültigen Plänen Berlins ab. Bevor es weitergeht, will die Stadt im Februar lokale Sportvereine konsultieren, um deren Einschätzung einzuholen.
Der Erfolg der Bewerbung hängt davon ab, Ehrgeiz und Vorsicht in Einklang zu bringen. Leipzigs Rolle bei der Austragung von Fußballturnieren oder Kanuslalom könnte langfristige Vorteile bringen – doch vergangene Kontroversen und unklare Finanzierungen wecken Zweifel. Die nächsten Schritte umfassen Gespräche mit Sportvereinen, bevor endgültige Entscheidungen fallen.
