Olympia-Bewerbung: DOSB sucht Gastgeberstadt bis September – doch die Hürden sind hoch
Gabriel HethurOlympia-Bewerbung: DOSB sucht Gastgeberstadt bis September – doch die Hürden sind hoch
Deutschlands Bewerbung um die Olympischen Spiele bleibt ungewiss
Die Entscheidung über eine deutsche Olympiabewerbung steht noch aus: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will bis zum 26. September eine Gastgeberstadt auswählen. Der Prozess ist von monatelangen Debatten geprägt, in denen sich die Meinungen der potenziellen Kandidatenstädte deutlich unterscheiden. Die Unterstützung in der Bevölkerung fällt sehr unterschiedlich aus – das Ergebnis bleibt offen.
In Hamburg ist die Haltung zu einer Bewerbung unklar. Umfragen zeigen gespaltene Meinungen, eine deutliche Mehrheit für die Spiele gibt es nicht. 2015 hatte die Stadt eine Bewerbung für die Spiele 2024 abgelehnt, nachdem 51,6 Prozent der Wähler dagegen gestimmt hatten. Diese Vorgeschichte verstärkt die aktuelle Zurückhaltung.
Berlin sieht sich eigenen Herausforderungen gegenüber: Die Initiative „NoOlympia“ sammelt Unterschriften, um ein Bürgerbegehren gegen die Spiele zu erzwingen. Bürgermeister Kai Wegner (CDU) setzt sich für eine Volksabstimmung ein, doch Grünen und Linke lehnen dies ab. Selbst wenn der DOSB Berlin auswählt, könnte ein Referendum frühestens 2027 stattfinden – wegen rechtlicher Fristen. Zudem könnte die anstehende Abgeordnetenhauswahl am 20. September die DOSB-Entscheidung beeinflussen.
Dagegen zeigen München und Nordrhein-Westfalen starke Unterstützung: Rund zwei Drittel der Bevölkerung befürworten eine Bewerbung. Allerdings erlauben nur drei der 16 Bundesländer Volksentscheide über Olympiabewerbungen – weder Hamburg noch Berlin gehören dazu.
Die DOSB-Entscheidung hängt nun von der politischen und öffentlichen Stimmung in den kommenden Tagen ab. Sollte Berlin den Zuschlag erhalten, könnte die Bewerbung dennoch in einem späteren Referendum scheitern. Die Wahl wird Deutschlands olympische Ambitionen für die nächsten Jahre prägen.






