21 March 2026, 20:25

Neslihan Arols feministische Meddah-Kunst erobert Berlins Bühnen mit Humor und Rebellion

Ein buntes Plakat an einer Gebäudewand mit der Aufschrift "Les Humoristes Journal Hebdomadaire Illustré", das eine Gruppe lachender Menschen zeigt.

Neslihan Arols feministische Meddah-Kunst erobert Berlins Bühnen mit Humor und Rebellion

Neslihan Arol bringt die uralte Kunst des Meddah – eine traditionelle türkische Erzählform – mit modernem Twist auf Berlins Bühnen

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Seit ihrem Debüt 2022 verbindet Neslihan Arol in ihren Auftritten Humor, Politik und mehrsprachige Performances zu einem feministischen Experiment, das klassische Theaterkonventionen herausfordert. Mittlerweile ist sie in renommierten Häusern wie dem Ballhaus Naunynstraße und dem Haus der Kulturen der Welt zu erleben, wo ihr lebendiges, grenzenüberschreitendes Programm Publikum begeistert.

Arols Weg begann fernab der Bühne. Ursprünglich als Chemieingenieurin ausgebildet, widmete sie sich heimlich der Schauspielerei, bevor sie 2014 nach Berlin zog. Hier forschte sie acht Jahre lang zu Comedy, Clownerie und Meddah – und verfasste schließlich eine feministische Arbeit über Clowns als Werkzeuge der Befreiung. Da das klassische Theater Frauen selten Rollen bot, in denen sie wirklich komisch sein durften, wandte sie sich dem Meddah zu, einer Kunstform, in der Witz und Subversion im Mittelpunkt stehen.

Auf der Bühne umgibt sich Arol mit Sprachen, Kulturen und Traditionen und nutzt Humor, um Barrieren abzubauen. Ein kleines Teelicht brennt stets neben ihr – Symbol für die Menschlichkeit der Meddahs: ein helles Herz, das von der Liebe zu den Menschen getragen wird, bereit, für die Gemeinschaft zu brennen, und dem Publikum mit Wärme begegnet. Früher nutzte sie eine alte Gaslampe, doch nach einem Beinahe-Unfall wechselte sie zu einer sicheren Kerze – die Rituale blieben dieselben.

Ihre Auftritte sind alles andere als leise. 2023 feierte Meddah in der Metropole im Theaterhaus Berlin-Mitte Premiere und verband türkisches Erzählgut mit urbanen Themen. 2024 folgte eine Workshop-Reihe im Kunstquartier Bethanien, und 2025 wird Echos des Ostens, eine Multimedia-Kooperation mit der Schaubühne Berlin, ihre Reichweite weiter ausbauen. Jede Vorstellung endet gleich: Arol bläst die Kerze aus – das Zeichen für das Ende einer weiteren Session, in der Lachen und Politik verschmelzen.

Das Publikum antwortet mit begeistertem Applaus, seine Energie spiegelt die ihre. Für Arol ist die Bühne mehr als ein Auftrittsort – sie ist der Ort, an dem Feminismus, Tradition und Rebellion aufeinandertreffen.

Arols Werk hat sich einen einzigartigen Platz in Berlins Kulturszene erobert, indem es jahrhundertealtes Erzählgut mit zeitgenössischem Aktivismus verbindet. Ihre kommenden Projekte, darunter die Schaubühne-Koproduktion 2025, werden weiterhin Grenzen sprengen. Mit jedem Flackern ihres Teelichts erinnert sie ihr Publikum daran, dass Geschichten – wie Flammen – erleuchten, herausfordern und verändern können.

Quelle