Naturalisierungen in Leipzig vervielfachten - kaum noch Ablehnungen
Sibilla HartungNaturalisierungen in Leipzig vervielfachten - kaum noch Ablehnungen
Einbürgerungen in Leipzig verfünffacht – Ablehnungen fast verschwunden
Teaser: Die Ablehnungsquote bei Einbürgerungsanträgen in Sachsen variiert stark. Während in dem links geprägten Leipzig fast jeder den deutschen Pass erhält, sind es in Zwickau deutlich weniger. Wie lässt sich das erklären?
Artikeltext: Die Einbürgerungszahlen in Sachsen sind stark angestiegen: Allein im ersten Halbjahr 2025 gab es fast 5.200 Bewilligungen – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 2.275 Fällen im gesamten Jahr 2022. Doch die Unterschiede bei Ablehnungsquoten und Kontrollmechanismen zeigen nun große regionale Disparitäten in der Bearbeitung der Anträge auf.
In Leipzig, wo die SPD regiert, stiegen die Einbürgerungen von 583 im Jahr 2022 auf 1.586 im ersten Halbjahr 2025. Die Ablehnungsquote liegt dort bei nur 0,63 Prozent – eine der niedrigsten im Land. In von der CDU geführten Landkreisen hingegen bewegen sich die Ablehnungsquoten zwischen einem und elf Prozent, wobei Zwickau mit 27,78 Prozent besonders auffällt.
Auch die Überprüfung von Sprachzertifikaten – eine zentrale Voraussetzung – wird unterschiedlich gehandhabt. Das Landratsamt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist für die Erkennung von Fälschungen zuständig und arbeitet nach Vorgaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Doch ein zentrales System zur Erfassung von Fälschungen fehlt, sodass die Schätzungen zwischen einem und neun Fällen pro Landkreis schwanken. Innenminister Armin Schuster (CDU) räumte ein, eine vollständige Überprüfung aller Unterlagen sei praktisch nicht umsetzbar, vor allem wegen der manuellen Datenerfassung in ländlichen Gebieten. Der AfD-Abgeordnete Jonas Dünzel kritisierte die Lücken und warnte, dass mangelnde Transparenz den Wert der deutschen Staatsbürgerschaft untergraben könnte.
Der Anstieg der Einbürgerungen hat die Widersprüche bei Genehmigungen und Kontrollen in Sachsen offenbart. Während Städte wie Leipzig Anträge zügig bearbeiten, kämpfen ländliche Regionen mit höheren Ablehnungsquoten und lückenhafter Dokumentation. Die Behörden stützen sich weiterhin auf lokale Prüfungen – ein einheitliches System zur Aufdeckung möglicher Betrugsfälle gibt es nicht.
