Metall- und Elektroindustrie verliert 15.600 Jobs – stärkster Rückgang seit 2020
Gabriel HethurMetall- und Elektroindustrie verliert 15.600 Jobs – stärkster Rückgang seit 2020
Deutschlands Metall- und Elektroindustrie steht vor neuen Herausforderungen. Im April ging die Beschäftigung in der Branche deutlich zurück – so stark wie seit Mitte 2020 nicht mehr. Auch andere wichtige Kennziffern deuten auf einen Rückgang der Aktivität und der Nachfrage hin.
Im April verringerte sich die Zahl der Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie um 15.600 Stellen (saisonbereinigt). Die Gesamtbeschäftigung liegt nun bei 3,746 Millionen – der stärkste monatliche Rückgang seit Juli 2020. Seit 2019 hat der Sektor über 300.000 Arbeitsplätze verloren.
Auch die Produktion schwächte sich ab: Im Vergleich zum Vorquartal sank sie um 2,0 Prozent, im Jahresvergleich sogar um 2,7 Prozent. Die Kapazitätsauslastung beträgt derzeit 79 Prozent – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.
Die Auftragseingänge gingen im April gegenüber März um 5,4 Prozent zurück. Die gesamten Industrieaufträge schrumpften im selben Zeitraum um 3,8 Prozent. Von Februar bis April 2026 lagen die Bestellungen 3,1 Prozent unter denen der drei vorherigen Monate.
Die wirtschaftliche Belastung zeigt sich auch in den Insolvenzzahlen: Im Mai 2025 meldete Deutschland 1.518 Unternehmenspleiten – ein Anstieg um 57 Prozent im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.
Die Metall- und Elektroindustrie kämpft mit sinkender Beschäftigung, rückläufiger Produktion und schwächeren Aufträgen. Die Kapazitätsauslastung bleibt niedrig, und die Insolvenzen nehmen zu. Diese Entwicklungen deuten auf anhaltenden Druck für den deutschen Industriesektor hin.






