Meißens verlorenes Löwenportal kehrt nach 400 Jahren zurück
Historisches Renaissance-Portal wird am Donnerstag im Meißner Rathaus enthüllt
Dieser Donnerstag steht in Meißen ganz im Zeichen der Kunstgeschichte: Das sogenannte Löwenportal, ein prächtiges Bauwerk aus dem Jahr 1610, das Jahrhunderte voller Umbrüche überdauert hat, wird nach aufwendiger Restaurierung feierlich der Öffentlichkeit präsentiert. Damit findet ein langjähriges Projekt lokaler Experten seinen krönenden Abschluss.
Das Löwenportal wurde ursprünglich von Melchior Kuntze für ein Wohngebäude am Jahnaischen Freihof geschaffen. Sein Design besticht durch vollplastisch gearbeitete Löwenfiguren, einen Schlussstein mit Wappenrelief und filigrane Manierismen. Der Kunsthistoriker Cornelius Gurlitt bezeichnete es bereits 1917 als die „Perle unter den Meißner Renaissance-Türen“.
Doch die folgenden Jahrhunderte brachten Demontage, Einlagerung und jahrzehntelange Vernachlässigung mit sich. Erst durch die behutsame Restaurierung unter der Leitung des Denkmalpflegers Christian Heerklotz und des ehemaligen Rathaus-Ingenieurs Lutz Heinicke konnte das Portal gerettet und an seinem neuen, dauerhaften Standort installiert werden. Die offizielle Einweihung findet im Rathaus statt, wo auch Bürgermeister Markus Renner an der Feier teilnehmen wird – ein Festakt, der die Rückkehr des Portals als bedeutendes Stück Meißner Architekturgeschichte würdigt.
Das wiederhergestellte Löwenportal bildet nun einen Mittelpunkt im Meißner Rathaus. Seine Enthüllung krönt jahrelange Denkmalpflege und sichert sein Erbe für kommende Generationen. Die Zeremonie wird sowohl seinen künstlerischen Wert als auch seine bewegte Geschichte in den Fokus rücken.
