Massenrücktritt im Sächsischen Landesfrauenrat nach Extremismusvorwürfen und Finanzskandal
Sibilla HartungMassenrücktritt im Sächsischen Landesfrauenrat nach Extremismusvorwürfen und Finanzskandal
Die gesamte Führung des Sächsischen Landesfrauenrats ist nach einer Reihe von Vorwürfen zurückgetreten. Zu den Anschuldigungen zählten Verbindungen zu linksextremistischen Kreisen sowie der Ausschluss einer Vertreterin der Christlich Demokratischen Union (CDU). Der Rat, der als Dachverband für Frauenverbände in der Region fungiert, hatte die Vorwürfe zuvor als haltlos zurückgewiesen.
Die Kontroverse begann, als bekannt wurde, dass der Rat angeblich mit linksextremistischen Gruppen kooperiert haben soll. Zudem wurde der CDU-nahe Vorstandsmitglied Alexa von Künsberg vorgeworfen, vom Zugriff auf die E-Mail-Korrespondenz der Gruppe ausgeschlossen und der Zutritt zu den Büroräumen verwehrt worden zu sein. Statt einer geplanten Abstimmung über ihren Ausschluss aus dem Vorstand trat die gesamte Führung geschlossen zurück.
Sachsens Sozialministerin Petra Köpping führte nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein Telefongespräch mit den Vorstandsmitgliedern. Der Rat war zudem wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten in die Kritik geraten, darunter die Vergabe von 50.000 Euro für ein nie umgesetztes Netzwerkprojekt für Unternehmerinnen. Zudem sollen Gelder für eine Kampagne umgeleitet worden sein, die sich für die Legalisierung von Abtreibungen bis zum neunten Schwangerschaftsmonat in Polen einsetzte – auch diese Initiative kam nie zustande.
Trotz anfänglicher Dementis nahmen die Rücktritte angesichts wachsenden Drucks wegen der internen Konflikte und finanziellen Entscheidungen des Rats zu.
Der Massenrücktritt hinterlässt den Sächsischen Landesfrauenrat ohne Führung. Die Entscheidung fällt nach wiederholten Vorwürfen von Fehlverhalten, finanziellen Unstimmigkeiten und interner Ausgrenzung. Unklar bleibt nun, wie es mit der Arbeit und der Struktur des Rats weitergeht.






