Mario Voigt verliert Doktortitel nach Plagiatsvorwürfen – und kündigt Klage an
Gabriel HethurVoigt sollte den Doktortitel verlieren - Klage angedroht - Mario Voigt verliert Doktortitel nach Plagiatsvorwürfen – und kündigt Klage an
Die Arbeitsagentur Chemnitz hat Mario Voigt nach Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens den Doktortitel aberkannt. Die Entscheidung fällt nach einer ausführlichen Prüfung seiner 2008 eingereichten Dissertation, in der er den US-Präsidentschaftswahlkampf 2004 zwischen George W. Bush und John F. Kerry analysierte. Voigt weist die Vorwürfe entschlossen zurück und kündigte an, gegen den Beschluss gerichtlich vorzugehen.
Der Streit begann während des Landtagswahlkampfs 2024, als Fragen zu Voigts Arbeit aufkamen. Die Arbeitsagentur Chemnitz leitete daraufhin ein Verfahren ein und gelangte zu dem Schluss, dass Teile der Dissertation gegen wissenschaftliche Standards verstoßen. Allerdings kam ein von der Agentur beauftragter unabhängiger Gutachter im Februar 2025 zu dem Ergebnis, dass die Arbeit die geforderten Kriterien erfülle.
Voigt kritisiert das Vorgehen der Agentur scharf. Er wirft ihr vor, im Laufe des Verfahrens neue Regeln zur Plagiatsprüfung eingeführt und rückwirkend angewendet zu haben. Zudem betont er, dass die beanstandeten Passagen lediglich 2,58 Prozent des Gesamttextes ausmachten. Seine Anwälte bestehen darauf, dass er die gesamte Arbeit selbst verfasst habe und keine undeklarierten Plagiate vorlägen.
Der renommierte Politikwissenschaftler Eckhard Jesse, der Voigts Dissertation betreute, hat sich bislang nicht öffentlich zur Aberkennung geäußert. Voigt hingegen hält daran fest, dass die inhaltliche Substanz seiner Forschung weiterhin gültig und von den Vorwürfen unberührt sei.
Die Aberkennung von Voigts Doktortitel beendet einen langwierigen Konflikt zwischen ihm und der Arbeitsagentur Chemnitz. Er hat bereits angekündigt, den Beschluss vor dem Verwaltungsgericht anzufechten. Der Fall wird nun in ein gerichtliches Verfahren übergehen, in dem die Erkenntnisse der Agentur und Voigts Verteidigung weiter geprüft werden.






