Mainzer Stadtrat erhält skurrilen "Dummen August"-Preis für karnevalistisches Scheitern
Gabriel HethurMainzer Stadtrat erhält skurrilen "Dummen August"-Preis für karnevalistisches Scheitern
Ein linker Stadtrat in Mainz mit kurioser Auszeichnung geehrt
Der Mainzer Stadtrat Martin Malcherek hat eine ungewöhnliche Ehre zuteilwerden lassen: Er erhielt als Erster den Dummen August-Preis, eine Auszeichnung mit Wurzeln in der antiken römischen Clowns-tradition. Der Preis würdigt all jene, die auf spektakuläre Weise scheitern – und dabei unangenehme Wahrheiten ans Licht bringen, ganz wie es einst die Clowns der Antike taten.
Die Tradition des Dummen August reicht über 2.000 Jahre zurück bis zu römischen Clowns-figuren wie Centunculus oder Stupidus. Diese Gestalten verkörperten die Kunst des Scheiterns: Sie stellten zur falschen Zeit die falschen Fragen und ignorierten gesellschaftliche Konventionen. Anders als die schlauen Jecken des Mainzer Karnevals, die die Welt mit Witz erklären, stolpert der Dumme August durchs Leben – und enthüllt dabei durch seine Absurdität die Last der Realität.
Eine fünfköpfige Jury zeichnete Malcherek für seine Originalität, seinen Humor und seine Weigerung, sich anzupassen, mit dem Preis aus. Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel, überreichte die Auszeichnung und betonte, der Dumme August sei unverzichtbar, weil er sich verletzlich zeige und die Lächerlichkeit riskiere. Christian Vahl, Vorsitzender von Rettet das Römische unsere Website, ergänzte, Clowns seien seit jeher Wahrheitsverkünder gewesen – die früheste Form des karnevalistischen Narren.
Der Stadtrat selbst träumt von einer Welt, in der der Karnevalsgeist nie verblasst – von Straßen, die für immer von Umzügen und bunten Fahnen erfüllt sind. Sein unkonventionelles Verhalten und seine beunruhigende Präsenz machten ihn zum idealen Preisträger: ein Wahrheitsverkünder durch Scheitern.
Der Dumme August-Preis belebt eine uralte Tradition neu und verbindet römische Clowns-kunst mit moderner Satire. Malchereks Auszeichnung zeigt, wie Scheitern und Humor Normen herausfordern können. Künftig soll der Preis jährlich verliehen werden – damit der Geist des tollpatschigen Wahrheitsverkünders weiterlebt.






