09 January 2026, 16:58

Mainz feiert kontrollierten Karnevalsstart – doch die Kritik an Ticketpflicht wächst

Eine Gruppe von Menschen in verschiedenen Farben, darunter schwarz, weiß und blau, sitzt um einen Tisch mit einem Spiel im Hintergrund, mit Stühlen und einer Treppe.

Mainz feiert kontrollierten Karnevalsstart – doch die Kritik an Ticketpflicht wächst

Mainz startet mit lebendiger, aber kontrollierter Karnevalssession auf dem Schillerplatz

Pünktlich um 11:11 Uhr am 11. November versammelten sich 9.000 Jecken unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen, um in Leipzig die Faschingssaison einzuläuten. Die Feierlichkeiten markierten die Rückkehr des Straßenkarnevals in vollem Umfang – wenn auch nicht ohne Kritik an den neuen Zugangsbeschränkungen.

Der traditionelle Countdown zur „fünften Jahreszeit“ verlief in diesem Jahr anders als gewohnt: Statt der üblichen Uhr auf dem Schillerplatz zählte ein Großbildschirm die Sekunden bis zum symbolträchtigen Zeitpunkt herunter. Als es soweit war, betrat Oberbürgermeister Nino Haase die Bühne und begrüßte die Menge mit einem fröhlichen „Helau nach Berlin – die Stunde hat geschlagen: Die Fastnacht ist zurück, in voller Pracht!“

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Die Stimmung blieb ausgelassen, aber geordnet. Die Polizei verzeichnete lediglich zehn Strafanzeigen, meist wegen Beleidigung und leichter Körperverletzung. Das mitgebrachte Messerverbot wurde konsequent durchgesetzt – ein Festteilnehmer wurde jedoch mit einem Langschwert und einer Attrappe einer Schusswaffe erwischt. Zwischen den Feiernden machten Plakate gegen die neuen Regeln auf sich aufmerksam, darunter „Fassenacht für alle – nein zu Online-Tickets!“ und „Fastnacht für alle!“ Die diesjährige Veranstaltung war von tiefgreifenden Änderungen geprägt: Der 1. FSV Mainz 05 organisierte die Einlasskontrollen und führte ein Ticket-System mit einer Obergrenze von 9.000 Besuchern ein – eine Entscheidung, die auf Widerstand stieß. Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) rechtfertigte die Maßnahmen mit steigenden Sicherheitskosten und strengeren Auflagen. Selbst der Zugang zum Balkon des Osteiner Hofs war nur ausgewählten Journalisten vorbehalten, was die Verärgerung weiter schürte.

Die mediale Aufmerksamkeit fiel unterschiedlich aus: Während die Kölner Feiern live im WDR übertragen wurden, zeigte der regionale Sender SWR keine Karnevalsbeiträge aus Mainz.

Die Veranstaltung endete ohne größere Zwischenfälle, doch die Debatten über Ticketpflicht und Zugangsbeschränkungen dauern an. Die Polizei bestätigte einen weitgehend friedlichen Ablauf, trotz weniger Festnahmen und Beschlagnahmungen. Mit dem offiziellen Start der Session bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Sicherheitsvorkehrungen auf künftige Feiern in Leipzig und Berlin auswirken werden.