Luftverkehrsteuer sinkt – doch die Krise der Airlines bleibt tiefgreifend
Gabriel HethurLuftverkehrsteuer sinkt – doch die Krise der Airlines bleibt tiefgreifend
Deutschlands Luftfahrtbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen, nachdem die Bundesregierung die Luftverkehrsteuer um 16,1 Prozent senken will. Die Entscheidung fällt nur ein Jahr nach einer Erhöhung um 19,4 Prozent, die von den Airlines scharf kritisiert worden war – die höheren Abgaben hatten ihre Betriebskosten zusätzlich belastet. Gleichzeitig setzen steigende Spritpreise und drohende Arbeitsplatzverluste die Branche weiter unter Druck.
Im Mai 2024 hatte die Regierung die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent angehoben. Dieser Schritt stieß bei den ohnehin schon mit hohen Kosten kämpfenden Fluggesellschaften auf massive Kritik. Nun kehrt die aktuelle Reform diese Erhöhung wieder zurück und setzt die Sätze auf das vorherige Niveau herab.
Die geplante Senkung um 16,1 Prozent soll die finanzielle Belastung der Airlines verringern. Die AfD geht jedoch noch weiter und fordert eine komplette Abschaffung der Steuer bis zum 1. Dezember 2024. Um die entgangenen Einnahmen auszugleichen, plant die Regierung Kürzungen im Haushaltstitel 12, der die Verkehrsinfrastruktur fördert.
Auch die Kerosinpreise sind stark gestiegen – sie haben sich seit Dezember 2023 mehr als verdoppelt. Allein die Lufthansa rechnet mit zusätzlichen Kosten von 1,7 Milliarden Euro, da Treibstoff mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten ausmacht. Doch die Probleme der Branche beschränken sich nicht auf die Finanzen: Rund 10.000 Arbeitsplätze sind aktuell gefährdet.
Die Passagierzahlen liegen weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie. Für 2025 werden 219,8 Millionen Reisende erwartet – 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Ein Symbol für die anhaltende Instabilität war das Ende von Spirit Airlines im Mai 2023 nach 62 Jahren Betriebszeit.
Im Juni wird Friedrich Merz auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) die neue Nationale Luftfahrtstrategie vorstellen. Das Papier soll langfristige Lösungen für die Herausforderungen der Branche aufzeigen.
Die Steuersenkung der Regierung bringt zwar etwas Entlastung, doch die Airlines kämpfen weiterhin mit hohen Spritkosten und einer zögerlichen Erholung der Passagierzahlen. Angesichts steigender Arbeitslosigkeit und anstehender Reformen bleibt die Zukunft der Luftfahrtbranche ungewiss. Die anstehende Nationale Luftfahrtstrategie könnte jedoch klare Wege für die nächsten Schritte der Branche weisen.






