06 January 2026, 21:19

Literaturforum St. Ingbert 2025 begeistert mit Wortkunst und lebendigen Debatten

Ein aufgeschlagenes Buch mit Schrift darauf.

Literaturforum St. Ingbert 2025 begeistert mit Wortkunst und lebendigen Debatten

Das Literaturforum St. Ingbert lockte 2025 mit seinem Programm Scharen von Büchernarren in die Stadtbibliothek. Über mehrere Tage hinweg bot die Veranstaltung Lesungen, Aufführungen und Hommagen – eine lebendige Mischung aus Literatur, Musik und Kabarett, die Worte und Ideen feierte.

Ein Höhepunkt war die Vorpremiere der Bestsellerautorin Marie Lacrosse, deren neuer Roman im Restaurant Jérôme im Mittelpunkt stand.

Den Auftakt bildete eine zweisprachige Lesung von Heinrich Manns„Der Untertan“. Die Schauspieler Birgit Giokas und Alphonse Walter ließen den Klassiker auf Deutsch und Französisch lebendig werden und setzten damit einen nachdenklichen Ton für die folgenden Tage.

Später überzeugten die pfälzischen „Leseköpfe“ mit einer Mischung aus Kabarett, Comedy und literarischen Kuriositäten. Ihr Programm brachte das Publikum zum Lachen, ohne dabei scharfsinnige Beobachtungen über Bücher und Kultur aus den Augen zu verlieren. Beim „Abend der Bibliotheken“ präsentierte das St. Swingbert Quartett eine Auswahl klassischer Popstandards – mit pointierten, satirischen Texten neu interpretiert. Ihre Verbindung aus Nostalgie und Humor verlieh dem Abend eine spielerische Note.

Auch der Journalist Christoph Pauly war zu Gast und stellte seinen Roman „Die Launen der Götter“ vor. In der anschließenden Diskussion ging es um die Fragilität der Demokratie und die Bezüge zwischen Fiktion und aktuellen politischen Spannungen.

Eine dramatische Lesung unter dem Titel „Die Freiheit des Panthers“ würdigte das Rilke-Jahr: Die Schauspieler Stefan Schwarzmüller und Andreas Kuhn interpretierten Werke des Dichters und ehrten so Rainer Maria Rilkes anhaltenden Einfluss auf die Literatur.

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Die Psychotherapeutin Evelyne Severing las im Klein’schen Buchladen aus ihrer Sammlung „Psychoanalyse und andere Geschichten“ und erkundete dabei die Schnittmenge von Therapie, Erzählkunst und menschlicher Erfahrung.

Das Forum gedachte zudem zweier verstorbener Mitglieder der Literaturszene: der Schauspielerin Ursula Ochs-Steinfeld und der Germanistin Gabriele Oberhauser, deren Wirken in einem stillen Moment der Besinnung gewürdigt wurde.

Hunderte Besucher füllten während des Festivals die Stadtbibliothek. Das Programm, das etablierte Namen und neue Stimmen vereinte, bot eine gelungene Mischung aus ernsthaften Debatten und unterhaltsamer Leichtigkeit. Die Veranstaltungen des Literaturforums St. Ingbert 2025 festigten einmal mehr den Ruf der Stadt als lebendiges Zentrum der Literaturszene in der Region.