Linkspartei plant radikale Steuerentlastung für sächsische Rentner bis 2025
Senta ScheelImmer mehr Rentner müssen Steuern zahlen - Linkspartei plant radikale Steuerentlastung für sächsische Rentner bis 2025
Die Linkspartei im sächsischen Landtag hat Pläne vorgelegt, um die Steuerlast für Rentner zu verringern. Dazu gehören eine vollständige Steuerbefreiung für kleine Renten sowie deutliche Entlastungen für mittlere Einkommen. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Zahl der steuerpflichtigen Rentner im Freistaat in den letzten Jahren stark angestiegen ist. 2005 begannen Rentner in Sachsen erstmals Steuern auf ihre Altersbezüge zu zahlen – eine Folge der deutschen Rentenbesteuerungsreform. Damals waren nur 1.100 Menschen betroffen. Bis 2023 stieg diese Zahl auf 444.000 an. In diesem Jahr wurden landesweit 634.445 Einkommensteuerbescheide an Rentner verschickt. Die Linkspartei will das System nun grundlegend ändern. Sie schlägt vor, kleine Renten komplett von der Steuer zu befreien und mittlere Renten deutlich zu entlasten. Ihr Plan sieht zudem eine Mindestnetto-Rente von 1.400 Euro sowie eine niedrigere Beitragsbemessungsgrenze vor. Um den Prozess zu vereinfachen, soll die Steuererklärung für Rentner erleichtert werden. Parallel zur Rentenentlastung fordert die Partei höhere Steuern für Wohlhabende. So soll eine Vermögenssteuer für Millionäre und Milliardäre wieder eingeführt werden. Ein progressiver Steuersatz würde für Einkommen über 250.000 Euro und über eine Million Euro greifen, mit einem Spitzensteuersatz von 53 Prozent – wie bereits unter dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl. Aktuell müssen Rentner in Sachsen Steuern zahlen, wenn ihre Altersbezüge den jährlichen Freibetrag von 12.084 Euro übersteigen. Die Linkspartei kritisiert, dass diese Grenze zu niedrig angesetzt sei und ältere Bürger unzumutbar belaste. Würden die Vorschläge umgesetzt, könnten viele Rentner in Sachsen steuerlich entlastet werden. Gleichzeitig zielt der Plan der Linkspartei darauf ab, die Steuerlast stärker auf Spitzenverdiener und Superreiche zu verlagern. Die Änderungen würden einen deutlichen Bruch mit dem bisherigen System bedeuten, das in den vergangenen Jahren zu einem stetigen Anstieg steuerpflichtiger Rentner geführt hat.
