23 March 2026, 14:28

Leipziger Buchmesse zwischen literarischem Glanz und politischen Eklats

Offenes Brevierbuch mit roter Schrift auf schwarzem Hintergrund, Text ordentlich angeordnet.

Leipziger Buchmesse zwischen literarischem Glanz und politischen Eklats

Leipziger Buchmesse: Zwischen literarischen Highlights und politischen Spannungen

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Die Leipziger Buchmesse sorgte in diesem Jahr sowohl mit literarischen Glanzpunkten als auch mit politischen Kontroversen für Aufsehen. Streitfragen überschatten die Veranstaltung, darunter Debatten über rechtsextreme Verlage und das Handeln von Kulturminister Wolfram Weimer. Gleichzeitig präsentierten Autor:innen wie Maja Iskra und Miljenko Jergović ihre neuesten Werke einem begeisterten Publikum.

Die Messe startete mit einer klaren Haltung gegen rechtsextreme Einflüsse. Besucher:innen und Aussteller:innen trugen Aufkleber mit der Aufschrift "Verlage gegen Rechts" und setzten damit ein Zeichen gegen extremistische Positionen. Dennoch präsentierte der dem rechten Spektrum zugerechnete Castrum Verlag einen Roman des AfD-Politikers Maximilian Krah – was auf scharfe Kritik stieß.

Kulturminister Wolfram Weimer geriet unter Druck, weil er Sicherheitsberichte zu drei Buchhandlungen zurückhielt, während er gleichzeitig die Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz verteidigte. Seine umstrittene Vergabe des Deutschen Buchhandlungspreises heizte die Debatten weiter an und warf einen Schatten auf die Messe.

Deutlich unbeschwerter zeigte sich dagegen die Atmosphäre in den Manga- und Comic-Hallen. Jugendliche strömten in Scharen, tauchten ein in japanische Mangas und Cosplay und brachten so eine lebendige Abwechslung zu den politischen Diskussionen der Messe.

Im Mittelpunkt standen auch literarische Gespräche. Die serbische Autorin Maja Iskra stellte ihren Debütroman "Uppercut" vor – eine fragmentarische Coming-of-Age-Geschichte, die im Belgrad der 1990er-Jahre spielt. Das Buch verbindet Kindheitserinnerungen mit den harten Realitäten familiärer Gewalt, gesellschaftlichen Geschlechterkämpfen und den Nachwirkungen der Jugoslawienkriege, die zwar präsent, aber im Hintergrund bleiben. Der bosnisch-kroatische Schriftsteller Miljenko Jergović erhielt unterdessen den Preis für Europäische Verständigung, während Katerina Poladjan mit dem 22. Leipziger Buchpreis ausgezeichnet wurde.

Ein Stand mit "Darker Romance" löste mit einem KI-generierten Bild einer nackten, knienden, weinenden Frau vor einer Waffe eine Debatte aus. Kritiker:innen fragten, ob solche Darstellungen Gewalt gegen Frauen in der Literatur verharmlosen.

An anderer Stelle betonte eine Podiumsdiskussion der Zeitschriften "metamorphosen" und "Das Argument" die Notwendigkeit einer geschlossenen Linken. Ein weiterer Denkanstoß kam von Wolfram Lotz und David Hugendick, die beide stottern: In einem öffentlichen Gespräch in der Westwerk-Gießerei erkundeten sie, wie Stottern Kommunikation und gesellschaftliche Wahrnehmung prägt.

Die Leipziger Buchmesse endete mit einer Mischung aus literarischer Feier und politischem Unbehagen. Während Autor:innen und Verlage neue Werke vorstellten, blieb die Veranstaltung von Konflikten um Meinungsfreiheit, Extremismus und die Rolle des Staates in der Kultur geprägt. Die klare Haltung gegen Rechtsextremismus setzte dabei einen deutlichen Akzent für künftige Debatten in der Literaturszene.

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