Kulturschaffende kämpfen um Berlins künstlerische Zukunft vor der Wahl
Gabriel HethurKulturschaffende kämpfen um Berlins künstlerische Zukunft vor der Wahl
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ startet Aktionswoche zur Beeinflussung des Berliner Wahlkampfs
Mit einer Aktionswoche will die Initiative „Berlin ist Kultur“ die Kulturförderung stärker auf die politische Agenda der Berliner Wahlkampfs setzen. Unter dem Motto #deineStimmefürKultur ruft die Kampagne die Wählerinnen und Wähler auf, bei der Abstimmung am 26. September die Kultur mitzudenken.
Bei einer aktuellen Veranstaltung meldeten sich prominente Vertreter der Berliner Kulturszene zu Wort und protestierten gegen Kürzungen im Etat. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, bezeichnete die Einsparungen als „falschen Weg“. Persönlich wurde es, als er von einem prägenden Erlebnis mit 14 Jahren im Theater Paderborn berichtete.
Reese wies zudem auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße hin. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Notlage des Sektors mit dem Mythos von Ikarus – und warnte vor dem Absturz ohne Unterstützung. Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, äußerte Sorgen über Mieterhöhungen, die die Zukunft des Hauses bedrohen.
Auch Politiker beteiligten sich an der Debatte, darunter die Linke-Bezirksverordnete Katharina Marg sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg. Die Initiative veröffentlichte zudem die „Berliner Erklärung“, in der sie mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur sowie planbare Fördergelder fordert. Einige Einrichtungen haben sogar „Wahl-Lackmustests“ für Kandidat:innen entwickelt – mit Fragen etwa zur Unterstützung künstlerischer Bildung.
Ziel der Kampagne sind verbindliche Zusagen der Parteien vor der Wahl. Gefordert werden ein fester Kulturanteil im Haushalt und langfristige Finanzierungssicherheit. Die Aktionswoche soll sicherstellen, dass diese Themen den Wahlausgang mitprägen.
