Kreuzberger Bündnis formiert sich gegen rechtsextreme Medienplattform Nius
Gesa EigenwilligKreuzberger Bündnis formiert sich gegen rechtsextreme Medienplattform Nius
In Berlins Kreuzberger Bezirk hat sich ein Protestbündnis gegründet, um gegen Nius vorzugehen – eine rechtsextreme Medienplattform. Rund 250 Menschen nahmen an der Veranstaltung in der Nähe des Dragonerareal-Geländes teil, die ohne Zwischenfälle verlief. Kritiker bezeichnen das Portal als "digitale Pranger", das spaltende Klischees verbreite und marginalisierte Gruppen gezielt angreife.
Nius, mit Sitz in der Ritterstraße in Kreuzberg, hatte die Proteste aktiv beworben – gleichzeitig aber auch zu Gegenprotesten aufgerufen. Die Plattform wird vom Multimillionär Frank Gotthardt finanziert, der enge Verbindungen zur CDU-Spitze unterhält, und steht wegen ihrer Inhalte zunehmend in der Kritik. Redner bei der Veranstaltung warfen Nius vor, als "Hetze-Plattform" zu fungieren, die verschiedene Gemeinschaften diffamiere.
Im Mittelpunkt der Zusammenkunft standen Gegenstrategien wie Widerstand, Solidarität und Mobilisierung gegen rechtsextreme Medien. Die Teilnehmer diskutierten zudem Pläne für eine Kundgebung vor den Kreuzberger Büros von Nius. Trotz seiner aggressiven Online-Präsenz liegt das Portal nicht unter den 100 meistgenutzten Medien in Deutschland und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro.
Antifaschistische Aktivisten hatten sich in der Nähe des Veranstaltungsorts postiert, um die Informationsveranstaltung abzusichern. Ihre Anwesenheit sorgte dafür, dass die Debatte über den Widerstand gegen Nius' Einfluss ungestört stattfinden konnte.
Die Gründung des Protestbündnisses markiert eine koordinierte Initiative, um Nius' Aktivitäten in Kreuzberg zu bekämpfen. Weitere Aktionen, darunter Demonstrationen vor den Büroräumen, sind bereits in Planung. Gleichzeitig stehen die finanziellen Probleme und die begrenzte Reichweite der Plattform im Kontrast zu ihrer umstrittenen Rolle in der deutschen Medienlandschaft.






