Kindererziehung bringt Rentenplus – doch Berufspausen kosten später tausende Euro
Gesa EigenwilligKindererziehung bringt Rentenplus – doch Berufspausen kosten später tausende Euro
Deutschlands Rentensystem honoriert Kindererziehung und Pflege – doch Berufspausen und Teilzeitarbeit mindern die spätere Rente deutlich
Eltern in Deutschland erhalten Rentengutschriften für die Erziehung ihrer Kinder, doch wer seine Karriere unterbricht oder die Arbeitszeit reduziert, muss mit spürbaren Einbußen im Alter rechnen. Zwar gibt es für die Kindererziehung zusätzliche Rentenpunkte, doch wer den Beruf pausiert oder die Stundenzahl verringert, riskiert langfristige finanzielle Nachteile.
Für jedes Kind, das in Deutschland großgezogen wird, winkt ein Rentenplus. Bei vor 1992 geborenen Kindern werden derzeit zweieinhalb Erziehungsjahre angerechnet – das entspricht etwa 102 Euro mehr Rente pro Monat. Ab 2027 steigt dieser Zeitraum auf drei Jahre (oder drei Rentenpunkte). Eltern von Kindern, die ab 1992 geboren wurden, erhalten bereits jetzt drei Jahre Gutschrift, was die monatliche Rente um rund 122 Euro erhöht.
Doch jede Berufspause hat ihren Preis: Wer ein Jahr lang bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro monatlich aussetzt, verliert später etwa 30 Euro Rente pro Monat. Nach zwei Jahren summiert sich der Verlust bereits auf 60 Euro im Monat. Über Jahrzehnte hinweg können sich solche Lücken zu mehreren tausend Euro fehlendem Einkommen im Alter addieren.
Auch Teilzeitarbeit schmälert die Rentenansprüche. Wer statt 40 nur 30 Stunden pro Woche arbeitet, erhält jährlich rund 25 Prozent weniger Rentenpunkte. Bei dauerhafter Halbzeitbeschäftigung können nach 20 Jahren bereits etwa 163 Euro monatlich fehlen. Noch gravierender wirkt sich unbezahlter Urlaub aus: Nach nur vier Wochen zahlen Arbeitgeber keine Sozialabgaben mehr – die Rentenbeiträge sinken entsprechend.
Gegensteuern ist möglich: Freiwillige Rentennachzahlungen oder ein Arbeitszeitkonto können die Verluste ausgleichen. Wer Angehörige mit mindestens Pflegegrad 2 betreut, kann unter Umständen ebenfalls Rentenansprüche erwerben – allerdings muss die Pflegezeit sofort gemeldet werden, um keine Ansprüche zu verlieren.
Während das Rentensystem Eltern und Pflegekräfte mit Zusatzpunkten belohnt, führen Berufsunterbrechungen und reduzierte Arbeitszeiten zu dauerhaften finanziellen Einbußen. Ohne gezielte Maßnahmen wie freiwillige Beiträge oder registrierte Pflegezeiten riskieren Beschäftigte, im Alter tausende Euro zu verlieren. Zudem sorgen die unterschiedlichen Regelungen für vor und nach 1992 geborene Kinder für unterschiedliche Rentenhöhen bei Familien.






