Katharina Reiches riskanter Kurs: Heizungslockerung in der Energiekrise

Gesa Eigenwillig
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Eine Liniendiagramm, das den primären Energieverbrauch nach Brennstoff von 1980 bis 2040 zeigt, in vier Abschnitte unterteilt, die verschiedene Brennstoffquellen darstellen, wobei jeder Abschnitt in Prozent angegeben ist.Gesa Eigenwillig

Katherina Reiche: Habeck muss sich jetzt beweisen - Katharina Reiches riskanter Kurs: Heizungslockerung in der Energiekrise

Katharina Reiche übernahm im Mai 2025 das Amt der deutschen Wirtschaftsministerin – in einer turbulenten Phase als Nachfolgerin von Robert Habeck. Seit ihrem Amtsantritt hat sie die Heizungsvorschriften gelockert und damit den Weiterbetrieb älterer Gas- und Ölheizungen ermöglicht. Diese Kehrtwende stellt einen deutlichen Bruch mit den strengeren CO₂-Reduktionsplänen ihres Vorgängers Habeck für den Heizungssektor bis 2030 dar.

Ihre ersten Entscheidungen stehen bereits in der Kritik, besonders vor dem Hintergrund stark steigender Gaspreise und der eskalierenden Spannungen im Iran-Krieg.

Reiche trat ein Krisenmanagement-System an, das unter Habeck aufgebaut worden war – er hatte Deutschland zuvor durch zahlreiche Energiekrisen gesteuert. Öffentlich lobte sie seine Arbeit als "übermenschliche Leistung" und setzte damit die Messlatte für ihre eigene Amtsführung hoch an. Doch trotz der drohenden Energiekrise hat sie bisher kaum sichtbare Schritte unternommen, um die Folgen des Iran-Konflikts abzufedern.

Die Gaspreise haben sich innerhalb weniger Tage bereits verdoppelt, Experten warnen vor einer Verdreifachung, sollte sich die Lage weiter zuspitzen. Zwar hat Deutschlands geringere Abhängigkeit von einem einzigen Gaslieferanten – auch ein Verdienst von Habecks Diversifizierungsstrategie – eine gewisse Pufferwirkung. Dennoch bleibt der Markt extrem volatil. Gleichzeitig hat Reiches Entscheidung, die Heizungsregeln zu lockern, der Öl- und Gasbranche neuen Auftrieb gegeben, da ältere Anlagen weiterbetrieben werden dürfen. Kritiker werfen ihr vor, damit vor allem ihrem früheren Arbeitgeber aus der Gaswirtschaft entgegenzukommen – und stellen ihre Prioritäten infrage.

Der Druck ist groß: Scheitert Reiche an Habecks Krisenmanagement, könnten sowohl sie als auch die Kanzlerin mit wachsender politischer Kritik konfrontiert werden. Ihr bisheriger Fokus auf Deregulierung statt auf Sofortmaßnahmen zur Energiesicherheit lässt Beobachter gespannt verfolgen, wie sie mit der sich verschärfenden Lage umgeht.

Während die Gaspreise weiter steigen und der Iran-Konflikt an Brisanz gewinnt, rückt Reiches Führung zunehmend in den Mittelpunkt. Ihre Lockerung der Heizungsgesetze kommt der fossilen Brennstoffindustrie entgegen – doch die langfristigen Risiken sind unklar. Angesichts der rasant steigenden Energiepreise wird sich nun zeigen, ob es ihr gelingt, die Versorgung Deutschlands zu stabilisieren – oder ob sie die Konsequenzen eines Scheiterns tragen muss.

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