Karin Bergmann leitet als erste Frau die Salzburger Festspiele in turbulenter Zeit
Gabriel HethurKarin Bergmann leitet als erste Frau die Salzburger Festspiele in turbulenter Zeit
Karin Bergmann zur neuen künstlerischen Leiterin der Salzburger Festspiele ernannt
Karin Bergmann übernimmt als erste Frau die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele – zunächst für eine zweijährige Übergangsphase. Ihre Berufung folgt auf den kürzlichen Rücktritt von Markus Hinterhäuser, der das Amt nach anhaltenden Konflikten verließ.
Hinterhäuser war Ende März zurückgetreten, nachdem monatelang interne Streitigkeiten und Vorwürfe über ein toxisches Arbeitsklima sowie Ausbrüche gegenüber Mitarbeitenden die Runde gemacht hatten. Sein Abgang hinterließ Unsicherheit; Bergmann kritisierte später die mangelnde Transparenz, die den Eindruck von Chaos erweckt habe.
Bergmann gab überrascht von dem Angebot zu, da erste Gespräche nicht auf eine feste Berufung hindeuteten. Sie betonte, dass ihr Verhältnis zu Hinterhäuser stets professionell gewesen sei – trotz seiner früheren Bezeichnung als „enge Freundin“. Nun plant sie, sein musikalisches Programm fortzuführen und gleichzeitig den Schauspielbereich des Festivals mit mindestens vier großen Theaterproduktionen auszubauen.
Als entschiedene Verfechterin von Reformen setzt sich Bergmann für eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Kuratorium ein. Zudem unterstützt sie Geschlechterquoten, um die Vielfalt zu fördern. Unterdessen läuft die Amtszeit der Festspielpräsidentin Kristina Hammer Ende 2026 aus; ihre Position wurde neu ausgeschrieben, und 27 Bewerber:innen – darunter Hammer selbst – befinden sich im Rennen. Traditionell hält die Präsidentin die Eröffnungsrede, doch in diesem Jahr bricht Hammer mit der Gepflogenheit und wird am 26. Juli nicht sprechen.
Bergmann übernimmt die Leitung in einer entscheidenden Phase für die Salzburger Festspiele. Ihre Arbeit wird die künstlerische Ausrichtung der nächsten zwei Jahre prägen. Das Festival geht unter ihrer interimistischen Führung voran, während sich gleichzeitig der Wechsel an der Spitze abzeichnet.






