Josef Hader polarisiert in Memmingen: Zwischen Lachen und betretenem Schweigen
Senta ScheelJosef Hader polarisiert in Memmingen: Zwischen Lachen und betretenem Schweigen
Österreichischer Komiker Josef Hader begeistert und schockiert Publikum in Memmingen
Bei einem zweistündigen Auftritt in Memmingen hinterließ der österreichische Komiker Josef Hader sein Publikum gleichermaßen unterhalten und fassungslos. Seine Mischung aus schwarzem Humor, persönlichen Geständnissen und provokanten Thesen sorgte für Lacher – und gelegentlich auch für betretenes Schweigen.
Hader betrat die Bühne im Memminger Rathaus, wo die Zuschauer gebannt seinem schonungslosen Monolog lauschten. Er bezeichnete sich selbst als "ethischen Vegetarier", gab jedoch zu, nur Tiere zu meiden, die beim Töten schreien. Die Bemerkung löste nervöses Gelächter aus.
Sein Programm nahm eine provokante Wendung, als er andeutete, moderne Sklaverei könnte die Flüchtlingskrise lösen. Obwohl das Publikum sichtbar irritiert wirkte, applaudierte und lachte es weiterhin über seine Art der Darbietung. Hader machte sich auch über seine eigene finanzielle Inkompetenz lustig und scherzte, er verwechsle manchmal seine IBAN mit seinem Kontostand.
Zwischen den Witzen zeichnete er ein düsteres Selbstporträt. Er nannte sich einen "unsympathischen alten Säufer" und sprach offen über seinen Alkohol- und Kokainkonsum. Die Reaktion des Publikums schwankte zwischen Schock und Amüsement, doch die Zuschauer blieben bis zum Schluss gebannt.
Dieser Auftritt folgte seinem letzten bekannten Event, HADER ON ICE, das am 27. November im Tollhaus Karlsruhe stattfand.
Die Vorstellung endete mit anhaltendem Applaus – ein Beweis für Haders Fähigkeit, das Publikum trotz – oder gerade wegen – seines rüden Stils in seinen Bann zu ziehen. Seine Mischung aus Selbstironie, moralischen Widersprüchen und Tabuthemen gab den Zuschauern noch lange nach dem Fall des Vorhangs Gesprächsstoff.






