Isaak Cissé: Vom Senegal zum Münchner Fußballkult mit bayerischem Akzent
Sibilla HartungSein Verlangen nach seinen Bayern-Idolen trieb ihn nach München - Isaak Cissé: Vom Senegal zum Münchner Fußballkult mit bayerischem Akzent
Isaak Cissé kam Ende der 1970er-Jahre aus Dakar nach München – mit nicht viel mehr als seiner Liebe zum FC Bayern München. Mit 22 ließ er Armut und eine große Familie hinter sich, um seinen Fußballträumen nachzujagen. Mit der Zeit wurde er zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt: als Taxifahrer, als leidenschaftlicher FC Bayern München-Fan und als beliebter Kommentator, der mit seinem Humor und dem markanten bayerischen Akzent begeisterte.
Geboren 1954, wuchs Cissé in Dakar als eines von 13 Kindern auf, erzogen von einem Werkstattvorarbeiter und Koranlehrer. Das Leben war hart, und als er nach München zog, gestaltete sich die Integration schwierig. Doch der Fußball wurde zu seiner Brücke. Beim örtlichen Verein FC Ungererbad tauchte er in die bayerische Kultur ein, übernahm den Dialekt mit einem unverkennbar gerollten "R" und farbenfrohen Redewendungen.
Seine Leidenschaft für den FC Bayern München ließ nie nach. Im Laufe der Jahre machte er aus dieser Hingabe eine Karriere als Kommentator bei Blickpunkt Sport, wo seine Imitationen von Trainern und scherzhaften Sticheleien – etwa wenn er das San Siro "San Zero" nannte – ihn zum Publikumsliebling machten. Abseits des Bildschirms arbeitete er als Taxifahrer, gründete eine Familie während einer 33-jährigen Ehe und erwarb sich den Ruf als Münchens begeistertster Fußballanhänger.
Nach Jahrzehnten in der Stadt plant Cissé nun, für seine letzten Jahre nach Dakar zurückzukehren. Doch sein Erbe in München bleibt bestehen. BR-Redakteur Andreas Egertz bemerkte einst, dass Cissés Bayerisch selbst den Rückgang des Dialekts in der Stadt überdauern werde.
Cissés Weg von Dakar nach München formte ihn zu einer lokalen Legende. Sein Humor, seine Fußballkommentare und seine tiefe Verbundenheit mit der bayerischen Kultur haben bleibende Spuren hinterlassen. Auch wenn er seine späten Jahre in der Heimat verbringen wird – seine Stimme und sein gerolltes "R" werden in Münchens Fußballszene weiter nachhallen.






