Iran-Krieg verändert Deutschlands Einkaufsverhalten innerhalb von Wochen
Gabriel HethurIran-Krieg verändert Deutschlands Einkaufsverhalten innerhalb von Wochen
Deutschlands Lebensmitteleinzelhandel spürt bereits nach drei Wochen die Auswirkungen des Iran-Kriegs. Verbraucher ändern ihr Kaufverhalten – Discounter verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Kundenzahlen. Branchenexperten sprechen von einem beispiellosen Tempo und Ausmaß der Veränderungen.
Durch den Konflikt steigen die Energiekosten, und weitere Preiserhöhungen zeichnen sich ab – viele Verbraucher greifen daher zu günstigeren Alternativen. Aldi Süd und Aldi Nord profitieren am stärksten: Aldi Süd konnte seinen Marktanteil um einen vollen Prozentpunkt ausbauen, Aldi Nord verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Plus von 0,7 Prozentpunkten.
Traditionelle Supermärkte verlieren hingegen an Boden. Rewe büßte 0,7 Prozentpunkte ein, Edeka verlor in der zwölften Kalenderwoche im Vergleich zur Zeit vor Kriegsbeginn 0,6 Punkte. Auch Kaufland verzeichnete einen Rückgang der Kundenzahlen um 0,5 Prozentpunkte.
Der deutsche Lebensmittelhandel erwirtschaftet jährlich über 200 Milliarden Euro. Schon eine Verschiebung des Marktanteils um einen Prozentpunkt bedeutet für den Sektor zwei Milliarden Euro zusätzliches Umsatzvolumen. Maarten Vander Beken von Accurat betont, dass derart rasante Veränderungen bisher noch nie beobachtet wurden.
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges sind nun auch an den Supermarktregalen spürbar: Discounter wie Aldi gewinnen Kunden, während größere Ketten mit sinkenden Besucherzahlen kämpfen. Der Trend zeigt, wie schnell globale Konflikte den Alltagskonsum verändern können.






