IHK warnt vor Folgen der Windkraft-Debatte für Sachsens Wirtschaft und Unternehmen
Senta ScheelKammern fordern Einhaltung des Flächenziels für Windenergie - IHK warnt vor Folgen der Windkraft-Debatte für Sachsens Wirtschaft und Unternehmen
Die drei sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) haben sich gegen die Forderungen ostdeutscher Ministerpräsidenten ausgesprochen, das Zwei-Prozent-Flächenziel für Windkraft aufzugeben. Ihre Kritik kommt, nachdem der sächsische Landtag im vergangenen September seine eigenen Ausbauziele verschoben hatte. Die Kammern warnen, dass eine instabile Energiepolitik die wirtschaftliche Zukunft der Region gefährden könnte.
Im September hatte der sächsische Landtag beschlossen, seine Windkraftziele zu reduzieren. Der neue Plan sieht vor, bis 2027 nur 1,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie auszuweisen und erst bis 2032 die Zwei-Prozent-Marke zu erreichen. Diese Entscheidung folgte Appellen ostdeutscher Regierungschefs, starre Flächenvorgaben durch flexiblere Mengenziele für erneuerbare Energien zu ersetzen.
Die IHKs argumentieren, dass die Abschaffung der Zwei-Prozent-Regel Planungssicherheit für Unternehmen zerstören würde. Häufige politische Kurswechsel schreckten Investoren ab und schwächten die Wettbewerbsfähigkeit Sachsens, so die Kammern. Ohne ausreichend Flächen für Windkraft- und Speicherprojekte drohten der Region höhere Energiekosten durch Gas, Kohle und CO₂-Bepreisung. Die Kammern wiesen zudem die Vorstellung zurück, allein technologische Offenheit könne die Energieversorgung stabilisieren. Windkraft und Speicherlösungen blieben unverzichtbar, um steigende Nachhaltigkeitsanforderungen in der Finanzierung zu erfüllen. Bisher hat sich keine der IHK-Führungskräfte in Chemnitz öffentlich für ein zweistelliges Ausbauziel bei der Windenergie ausgesprochen.
Die ostdeutschen Ministerpräsidenten hatten die Bundesregierung aufgefordert, die Windkraftregeln zu lockern, indem der Fokus auf die Stromerzeugung statt auf die Flächeninanspruchnahme gelegt wird. Doch die IHK warnt, dass solche Änderungen die Kosten in die Höhe treiben und Unternehmen vertreiben könnten.
Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen politischer Flexibilität und wirtschaftlicher Stabilität in Sachsens Energiewende. Sollte das Zwei-Prozent-Ziel fallen, müssten Unternehmen mit höheren Kosten und strengeren Finanzierungsauflagen rechnen. Die Kammern bestehen darauf, dass klare, langfristige Rahmenbedingungen notwendig sind, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern.
