Hessen weitet Pflichtbeiträge für Apotheker aus – auch Rentner betroffen
Sibilla HartungHessen weitet Pflichtbeiträge für Apotheker aus – auch Rentner betroffen
Eine aktuelle Änderung des Hessischen Heilberufsgesetzes hat die Pflichtmitgliedschaftsbeiträge für Apotheker ausgeweitet. Die Landesapothekerkammer Hessen (LAK) muss nun auch nicht berufstätige Pharmazeuten – darunter Rentner – belasten, sofern diese in der Region wohnen. Die Neuregelung wird den Verwaltungsaufwand der Kammer erhöhen, da sie ihre Unterlagen aktualisieren und die Beitragsstrukturen anpassen muss.
Die Gesetzesänderung verpflichtet die LAK, alle nicht aktiv tätigen Apotheker in ihrem Zuständigkeitsbereich zu identifizieren. Sobald diese erfasst sind, müssen sie – selbst wenn sie den Beruf nicht mehr ausüben – die obligatorischen Beiträge entrichten. Um den Übergang zu erleichtern, hat die Kammer ihre aktuellen Gebühren halbiert. Damit reagiert sie auf gerichtliche Entscheidungen in Nordrhein-Westfalen und will übermäßige finanzielle Rücklagen abbauen.
Der niedrigste Quartalsbeitrag für freiwillige Mitglieder in Hessen beträgt nun 40 Euro. Auch in anderen Bundesländern gab es Anpassungen: In Berlin zahlen angestellte Apotheker jährlich 294 Euro – eine Erhöhung um 100 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Sachsen hat die Beiträge für angestellte Mitglieder auf 228 Euro angehoben, nach zuvor 152 Euro. Niedersachsen hingegen belässt seine Gebühren unverändert, strich jedoch die Pharmazeutische Zeitung aus den Mitgliedervorteilen.
Die neuen Vorschriften werden den bürokratischen Aufwand der Kammer weiter steigern. Die Mitarbeiter müssen prüfen, wer beitragspflichtig ist, die Zahlungspläne aktualisieren und die Einhaltung des geänderten Gesetzes sicherstellen.
Die erweiterten Beitragspflichten der LAK betreffen Rentner und nicht aktive Apotheker in ganz Hessen. Mit höheren Verwaltungsanforderungen und angepassten Gebühren steht die Kammer vor einer Übergangsphase. Die Änderungen passen sich in einen größeren Trend ein, der aktuelle rechtliche und finanzielle Anpassungen im Berufsstand widerspiegelt.






