24 December 2025, 08:47

Herr Putin und die Semperoper

Eine Gruppe von Menschen, die Geigen spielen, alle in Schwarz gekleidet, mit einem Mann unten und Lampen, die von der Decke hängen, vor einem Hintergrund aus Wand und Vorhang.

Herr Putin und die Semperoper

Ein neuer ARD-Podcast mit dem Titel Klang der Macht untersucht russischen Einfluss in deutschen Kultureinrichtungen – mit besonderem Fokus auf die Dresdner Semperoper. Die Serie analysiert, wie Persönlichkeiten wie Wladimir Putin kulturelle Verbindungen nutzten, um politischen Einfluss während und nach dem Kalten Krieg auszubauen.

Eine der Behauptungen – dass Putin 2009 bei einem Dresdner Opernball den Orden des Heiligen Georg erhalten habe – lässt sich nicht durch gesicherte Quellen belegen und wirft Zweifel an ihrer Richtigkeit auf.

Putins Verbindung zu Dresden reicht bis ins Jahr 1989 zurück, als er als KGB-Offizier in der Stadt stationiert war, während die DDR zusammenbrach. Im Oktober jenes Jahres führte die Semperoper Fidelio auf, Beethovens Oper über politischen Widerstand, mit einem Bühnenbild, das an ein Stasi-Gefängnis erinnerte. Trotz Protesten vor dem Haus erlaubte die Stasi die Aufführung.

Jahrzehnte später wuchs der russische Einfluss auf die deutsche Kultur schleichend. Putin soll gezielt Lücken in der Kunstförderung ausgenutzt haben, während einige Kulturmanager russisches Geld annahmen. Künstler wie der Dirigent Waleri Gergijew und der Cellist Sergei Roldugin – beide mit engen Verbindungen zu Putin – wurden zu festen Größen in der deutschen Musikszene und verbanden künstlerisches Prestige mit politischer Nähe. Der Podcast Klang der Macht zeichnet diese Netzwerke nach und hinterfragt, wie kultureller Austausch zum Instrument weiterreichender Einflussnahme wurde. Zwar fehlen für manche Berichte, etwa die angebliche Auszeichnung von 2009, Belege – doch die Serie zeigt ein Muster strategischer Einbindung in deutsche Kultureinrichtungen auf.

Die Recherche offenbart, wie die russische Kulturdiplomatie unter Putin über Musik und Theater hinausging. Durch die Platzierung von Verbündeten in deutschen Institutionen sicherte sich Russland langfristigen Einfluss. Die Erkenntnisse des Podcasts deuten darauf hin, dass diese Verbindungen bis heute bestehen – auch wenn die Kritik an ihren Ursprüngen und Auswirkungen wächst.

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