02 May 2026, 00:31

Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel

Schwarze und weisse Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939, betitelt 'Weitpreubliche Zeitung', mit einer Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung auf einem Fest.

Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Schritt für die Zeitung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie dem Herausgeberrat angehören und damit die erste Frau in dieser Position sein. Ihre Berufung markiert einen weiteren Meilenstein in der sich wandelnden politischen Ausrichtung des Blattes.

Bubrowski blickt auf eine lange Karriere bei der FAZ zurück, wo sie als politische Redakteurin und Berlin-Korrespondentin tätig war. Ihre Berichterstattung konzentrierte sich auf Rechtspolitik und die Grünen, deren Aufstieg sie oft als Zeichen für die „Professionalisierung“ und „Reifung“ der Partei darstellte. 2022 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihren Essay „Warum den Deutschen ein wenig mehr Optimismus guttun würde“ und festigte damit ihren Ruf als einflussreiche Stimme.

Der Herausgeberrat der FAZ funktioniert nach einem kollektiven Führungsmodell, in dem sich vier Mitverleger die Verantwortung teilen. Mit Bubrowskis Ernennung gewinnt die Gruppe der sogenannten „Modernisierer“ an Gewicht – eine Strömung, zu der auch Carsten Knop zählt und die das traditionell konservative Blatt seit Jahren umformt. Diese Entwicklung, intern als „VerTAZung“ bezeichnet, setzte nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 ein.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Ihre Beförderung spiegelt die schrittweise Öffnung der FAZ Richtung Mitte-links wider. War die Zeitung einst eine Hochburg konservativen Denkens, bezieht sie heute zunehmend progressivere Positionen. Bubrowskis Amtsantritt als Mitverlegerin beginnt Anfang 2027. Die Entscheidung unterstreicht den Wandel der FAZ, die ihr historisches Erbe mit modernen, liberaleren Perspektiven verbindet. Ihr Hintergrund als politische Journalistin und preisgekrönte Kommentatorin deutet darauf hin, dass der Kurs der Modernisierung im Blatt weiter vorangetrieben wird.

Quelle