Hamburgs Exporte in die USA brechen um über 60 Prozent ein – doch die Stadt kämpft zurück
Tschentscher kritisiert US-Handelspolitik - Hamburgs Exporte in die USA brechen um über 60 Prozent ein – doch die Stadt kämpft zurück
Hamburgs Handelslandschaft hat sich 2025 drastisch gewandelt: Die Exporte in die USA brachen in den ersten neun Monaten um über 60 Prozent ein. Der starke Rückgang folgt auf neue US-Zollmaßnahmen, doch die Gesamthandelzahlen der Stadt stiegen dennoch – dank gestärkter Exporte in andere Regionen. Vor diesem Hintergrund trafen sich Hamburgs Führungskräfte beim Matthiae-Mahl, um über Europas wirtschaftliche Zukunft und die Dringlichkeit einer Diversifizierung der Handelsbeziehungen zu diskutieren.
Die Wirtschaft der Stadt leidet direkt unter der US-Handelspolitik. Die Ausfuhren in die USA, einer der wichtigsten Absatzmärkte Hamburgs, gingen zwischen Januar und September 2025 um mehr als 60 Prozent zurück. Bürgermeister Peter Tschentscher kritisierte offen den Zollkurs des früheren US-Präsidenten Donald Trump und machte ihn für den drastischen Einbruch verantwortlich.
Trotz dieses Rückschlags wuchsen Hamburgs Gesamthandelvolumina. Der Anstieg deutet darauf hin, dass die Stadt ihre Exporte in andere Regionen erfolgreich ausbauen konnte – auch wenn konkrete Daten zu den drei wichtigsten Handelspartnern außerhalb der USA und Chinas noch ausstehen. Sowohl die USA als auch China zählen zwar weiterhin zu Hamburgs bedeutendsten Wirtschaftspartnern, doch die Abhängigkeit von ihnen hat Schwachstellen offenbart.
Beim Matthiae-Mahl, das in diesem Jahr unter dem Motto 'Europas Souveränität im geopolitischen Umbruch' stand, debattierten rund 400 Gäste über die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des Kontinents. Die Veranstaltung ehrte die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, und unterstrich damit die Bedeutung von Führung in unsicheren Zeiten. Tschentscher nutzte die Gelegenheit, um sich für Freihandelsabkommen starkzumachen – etwa CETA (EU-Kanada), das Mercosur-Abkommen oder das jüngste EU-Indien-Handelsübereinkommen –, die er als entscheidende Schritte nach vorn bezeichnete.
Hamburgs Wirtschaft bleibt anfällig für geopolitische Schocks, Lieferkettenstörungen und Marktschwankungen. Als Reaktion sucht die Stadt aktiv nach neuen Absatzmärkten und stärkeren Partnerschaften, um die Abhängigkeit von einzelnen Regionen zu verringern.
Der drastische Einbruch der US-Exporte zwingt Hamburg, die Diversifizierung seines Handels zu beschleunigen. Zwar halten die Gesamthandelzahlen bisher stand, doch die Krise zeigt die Risiken einer zu starken Konzentration auf wenige Partner. Mit Freihandelsabkommen und neuen Marktstrategien im Fokus strebt Hamburg eine widerstandsfähigere wirtschaftliche Zukunft an.
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