16 December 2025, 18:35

Görlitz verabschiedet sich nach 176 Jahren vom Schienenfahrzeugbau

Eine Straße mit Fahrzeugen und Text auf einem Präsentationsschirm.

Letzter Wagen verlässt Alstoms Halle in Görlitz - Görlitz verabschiedet sich nach 176 Jahren vom Schienenfahrzeugbau

Letzter Wagen verlässt Alstoms Halle in Görlitz

Letzter Wagen verlässt Alstoms Halle in Görlitz

Letzter Wagen verlässt Alstoms Halle in Görlitz

  1. Dezember 2025, 16:50 Uhr

Der letzte Eisenbahnwagen hat das Alstom-Werk in Görlitz verlassen und beendet damit eine 176-jährige Ära des Schienenfahrzeugbaus in der Stadt. Seit der Gründung des Standorts wurden hier über 107.000 Wagen gefertigt – der letzte, ein Doppelstock-Personenwagen, geht nun nach Israel. Die Produktionsstätte wird künftig unter der französischen Rüstungsgruppe KNDS auf militärische Fertigung umgestellt.

Das Görlitzer Werk war einst führend in der Produktion von Doppelstock-Reisezugwagen und belieferte die gesamte deutsche Bahn mit diesen Modellen. Mitarbeiter blicken stolz auf diese Tradition zurück, die in den 1930er-Jahren auch die Herstellung von Militärtechnik für die Wehrmacht umfasste. Bis März 2026 werden die Hallen geräumt, um Platz für KNDS zu schaffen.

KNDS plant, zwischen 350 und 400 Arbeitskräfte aus Görlitz zu übernehmen, davon sind bereits 60 eingestellt. Weitere 170 Beschäftigte wechseln zum Alstom-Standort Bautzen. Ab 2027 soll die Serienfertigung von Panzergehäusen vorbereitet werden, die volle Produktion ist für 2028 vorgesehen.

Im Mittelpunkt stehen dann Baugruppen für den Kampfpanzer Leopard 2, den Schützenpanzer Puma sowie Module für das gepanzerte Fahrzeug Boxer. Einige ehemalige Alstom-Mitarbeiter könnten später an Projekten der Wiener Linien mitwirken, darunter neue Straßenbahnlinien nach 2025.

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Der industrielle Wandel in Görlitz markiert das Ende einer Epoche im Wagenbau. Die Zukunft des Standorts liegt nun in der Fertigung von Komponenten für gepanzerte Fahrzeuge, wobei KNDS bis 2028 die Produktion hochfahren will. Die Umstellung bringt neue Arbeitsplätze mit sich, verändert aber auch das industrielle Gesicht der Stadt.